Naturschutzfachliche Beratung

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Zu den tragenden Säulen des Naturschutzsmoduls zählt die naturschutzfachliche Beratung. Die Erfahrungen mit Naturschutzprogrammen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass eine intensive Betreuung vor Ort eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg ist. Im Rahmen des Projektes kann jeder teilnehmende Betrieb kostenlos eine naturschutzfachliche Beratung in Anspruch nehmen.

Aufgrund der individuellen Standortbedingungen und Betriebsstrukturen verfügt jeder Betrieb über andere Potenziale hinsichtlich seiner Artenvielfalt. Den Beratern kommt die Aufgabe zu, die Eignung der einzelnen Betriebsflächen für vorhandene oder potenziell vorkommende Zielarten zu erkennen und die besonders wertvollen Standorte der Betriebsflächen zu identifizieren. Dazu gehören z. B. Ackerstandorte mit seltenen Ackerwildkräutern, für Amphibien geeignete Kleingewässer oder wertvolles Grünland für Wiesenbrüter. Gleichzeitig müssen Konflikte der betriebsüblichen Bewirtschaftungsverfahren mit dem Lebenszyklus der Zielarten erkannt werden. Auf dieser Grundlage kann der Naturschutzberater Hinweise geben, welche Module des Maßnahmenkataloges für den Betrieb relevant und naturschutzfachlich sinnvoll sind. Wichtig ist zudem die richtige Einschätzung der ökonomischen und ökologischen Folgen der Maßnahmen und deren optimale Integration in den Betriebsablauf.

Vorgehensweise der naturschutzfachlichen Beratung

Um die Aufgaben erfüllen zu können, benötigt der naturschutzfachliche Berater detaillierte Informationen über die Betriebsstrukturen, übliche Bearbeitungszeiten, Fruchtfolgen usw. sowie die konkrete Verteilung der standörtlichen Bedingungen (z. B. Ackerzahlen, magere oder feuchte Standorte, Strukturelemente usw.). Auf der Grundlage dieser Informationen kann der Maßnahmen- und Leistungskatalog zusammen mit dem Landwirt ausgefüllt werden. Die vereinbarten Standorte für die Maßnahmen werden dokumentiert, um die Kontrollen und eine Weiterführung der Maßnahmen in den Folgejahren zu vereinfachen.

Langfristige Beratung der Betriebe vorgesehen

Es ist davon auszugehen, dass im ersten Jahr nicht das gesamte Potenzial des Betriebes ausgeschöpft werden kann. Das Projekt „Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ ist langfristig angelegt. Mit der Zeit werden die Erfahrungen der Landwirte wachsen und die Berater lernen die Betriebsflächen besser kennen, sodass sich die Naturschutzmaßnahmen und Bewirtschaftungsverfahren fortlaufend optimieren lassen.

Der kontinuierliche Austausch zwischen Beratern und Landwirten fördert das Verständnis beider Seiten für die Zusammenhänge auf den Betrieben als Grundlage für nachhaltigen Naturschutz.