Hagenhof GbR

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Betriebsspiegel

127 ha Grünland, 318 Ackerland

Ackerbau, Mutterkuhhaltung und Rindermast

22 Mutterkühe, 80 Ochsen und Färsen

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb von Herrn Hoffmeyer kommen folgende Naturschutzleistungen zur Anwendung:
Die einzelnen Maßnahmen umfassen Teilflächen auf dem Betrieb.

  • Nicht Striegeln
  • Geringe Kulturdichte arme Standorte
  • Schutzacker für Ackerwildkräuter
  • Kleegras Basis
  • 8 Wochen Ruhephase während der Brutzeit (April bis E Juli) im Kleegras
  • Vielfältige Fruchtfolge I
  • GL Basis
  • Walzen / Schleppen nicht 10.4. bis 31.7.
  • Keine Düngung im Grünland
  • Ruhezeit 10 Wochen nach der 1. Nutzung
  • Heunutzung
  • Verzicht auf Mähaufbereiter
  • Fläche der Landschaftselemente
  • Amphibiengewässer, Kleingewässer
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen

Besonderheiten in Bezug auf Arten- und Naturschutz

Der Betrieb von Herrn Hoffmeyer befindet sich in dem Dörfchen Lindenberg, einem kleinen Ort in der Altmark in Sachsen-Anhalt. Der Betrieb ist gekennzeichnet durch schwierige Bodenverhältnisse, es handelt sich teils um sehr sandige Flächen, welche absolute Grenzertragsorte darstellen. Bei der Bewirtschaftung muss aufgrund der geringen Erträge darauf geachtet werden, mit möglichst geringem Aufwand zu arbeiten. Dies kommt wiederum zahlreichen Tier- und Pflanzenarten zugute, da die Anzahl an störenden Bewirtschaftungsmaßnahmen eingeschränkt ist. Zudem legt der Betrieb zum Zwecke des Humusaufbaus sehr großen Wert auf die Aussaat von Zwischenfrüchten. Es kommen etwa Serradella und Buchweizen zum Einsatz, bei denen der Betrieb ein zuverlässiges Auflaufen auch bei trockenen Bedingungen festgestellt hat. Wasser ist aufgrund der sandigen Böden ein pflanzenbaulich stark limitierender Faktor. Als Hauptfrüchte baut der Betrieb eine Fruchtfolge von Lupine, Wintertriticale, Sommergerste, Wintertriticale, Sonnenblumen und Winterroggen an. Durch die vielfältige Fruchtfolge, kombiniert mit dem Zwischenfruchtanbau, entsteht eine vielfältige Ackerlandschaft. Auf einer dieser Flächen erfolgt in Zukunft die Maßnahme ´Schutzacker für Ackerwildkräuter´, bei der unter anderem das im Betrieb übliche Hacken unterlassen wird. Aufgrund des sandigen und sauren Standorts, wird das Auftreten von seltenen Ackerwildkräutern vermutet. Im Rahmen eines Monitorings soll dann der Effekt der Maßnahme durch entsprechende Vegetationsaufnahmen bewertet werden.

Neben den Ackerflächen bewirtschaftet Herr Hoffmeyer außerdem noch 127 ha Grünland. Er nutzt diese durch seine Mutterkuhherde, die 22 Kopf umfasst. Die abgesetzten Kälber werden auf dem Betrieb mit dem geernteten Getreide und Grobfutter gemästet und dann vermarktet. Auch die Grünlandflächen sind gekennzeichnet durch die geringe Bewirtschaftungsintensität, was auch hier der Tier- und Pflanzenwelt entgegenkommt.
Ein Naturschutz Highlight des Betriebes sind die Jungviehweiden, welche von Wald umgeben sind und durch die sich ein kleiner erlenbewachsener Bach mit Tümpel schlängelt.

Über den Betrieb

Das Betriebssystem ist sehr gut an die schwierigen Bewirtschaftungsverhältnisse und die Flächenausstattung angepasst. Auf den Grünlandflächen hält der Betrieb Mutterkühe, die hier erzeugten Absetzer werden mit dem auf dem Acker angebauten Futter gemästet (Futterroggen). Somit kann eine hohe innerbetriebliche Wertschöpfung realisiert werden. Außerdem werden durch die Mast der Absetzer die innerbetrieblichen Nährstoffkreisläufe geschlossen, da der anfallende Mist wieder auf den Ackerflächen ausgebracht wird.
Neben der innerbetrieblichen Veredelung erzeugt der Betrieb noch Marktfrüchte wie Sonnenblumenkerne und Lupinen. Die Lupinen sind ein gefragtes Futtermittel im ökologischen Landbau, da sie eine der wenigen eiweißreichen Futtermittel sind. Zudem haben sie als Leguminosen die Fähigkeit, Luftstickstoff zu fixieren und somit die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Als weitere Frucht vermarktet der Betrieb Sommergerste als Braugerste.
Herr Hoffmeyer hat als junger Mann den Schritt in den ökologischen Landbau gewagt, als er die Chance bekam seine landwirtschaftliche Nutzfläche zu erweitern. Auf solch ertragsschwachen Grenzstandorten ist es jedoch gerade im ökologischen Landbau schwierig, ohne die Möglichkeit des Zukaufs von Mineraldünger eine rentable Produktion zu realisieren. Steigende Pachtpreise auch in dieser Region erschweren dies zunehmend. Ein wichtiger Schritt ist dabei die Erzeugung von hochwertigen Produkten wie Sonnenblumenkernen und Lupinen. Aber auch die innerbetriebliche Wertschöpfung durch die Mast ist ein wichtiger Betriebszweig.

Cord Hoffmeyer

Am Ring 3 / 39615 Zehrental OT Lindenberg