Kugler, Samuel

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Lage

Der Landwirtschaftsbetrieb liegt im mittleren Teil der westlichen Oberen Gäue (Heckengäu) zwischen den Randplatten des Schwarzwaldes im Westen und dem Neckartal im Osten, südwestlich von Stuttgart. Landschaftsbestimmend sind wellig-kuppige Hochflächen und flachmuldige Trockentäler.

Betriebsspiegel

Betriebsfläche: Gesamtfläche ca. 209 ha, davon 97 ha Ackerland und 112 ha Grünland

Betriebsstruktur: Milchkühe, Mastrinder, Schweinehaltung, Legehennen

Viehbesatz: Ungefähr 88 Milchkühe, 180 Jungrinder, 28 Schweine, 40 Legehennen

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb von Herrn Kugler werden viele unterschiedliche Naturschutzleistungen erbracht. Die einzelnen Maßnahmen werden auf Teilen der Betriebsflächen umgesetzt.

  • Ackerland
  • Striegelverzicht
  • Stoppelbearbeitung nach Winterungen nach dem 15.8.
  • Standortbedingte Lichtäcker
  • Kleinflächige Maßnahmen für Ackerwildkräuter
  • Anbau von Kleegras
  • Kleinflächige Teilnutzung im KG, zB Frischfuttermahd
  • Anbau alter Sorten inkl. "Extensivsorten"
  • Mind. 5 Fruchtarten werden jedes Jahr angebaut
  • Kleinteilige Schläge <5 ha und <2 ha
  • Bewirtschaftungseinheiten <5 ha und <2 ha
  • Anbau von mehreren Fruchtarten als Mischkultur
  • Grünland
  • Grünlandnutzung nach Verbandsrichtlinien und max. 2 Schnittnutzungen + Beweidung
  • Walzen / Schleppen nicht 10.4. bis 31.7.
  • Verzicht auf Düngung
  • Ruhezeit 10 Wochen vor oder nach der 1. Nutzung
  • Stehenlassen von Teilflächen bei der Mahd
  • Heunutzung
  • Verzicht auf Mähaufbereiter
  • Landschaftselemente
  • Obstbäume: Einzelbäume und Bestand auf Flächen
  • Anbau alter Obstsorten
  • Ungenutzte Offenflächen
  • Altbäume >100J, Obstbäume > ca. 50Jahre
  • Säume an Grabenrändern
  • Lesesteinhaufen
  • Auf-den-Stock-Setzen von Hecken

Besonderheiten in Bezug auf Arten- und Naturschutz

Kennarten im artenreichen Grünland sind z.B. Wiesen-Margerite, Wiesen-Glockenblume, Pfirsichblättrige Glockenblume, Wiesen-Bocksbart, Skabiosen-Flockenblume, Wiesen-Flockenblume, Wiesen-Witwenblume, Frauenmantel, Echtes Labkraut, Wiesenknopf, Hornklee und Rotklee. Lokal sind Übergänge zu basenreichen Trockenrasen vorhanden mit Wiesen-Salbei, Thymian, Esparsette und Karthäuser-Nelke. Die Artenvielfalt von Blütenpflanzen ist ein guter Indikator für die Gesamtartenvielfalt: in blütenreichen Biotopen kommen in der Regel auch viele Blütenbesucher wie Schmetterlinge und Bienen vor. Die Artenvielfalt bei den Pflanzen zeigt auch eine günstige Vegetationsstruktur mit ausreichender Besonnung des Erdbodens an, was günstig ist für wärmeliebende Insekten wie Heuschrecken. Viele Insekten bieten wiederum den Vögeln und anderen Tieren eine gute Nahrungsgrundlage.

Mehrere flachgründige Äcker auf hoch anstehendem Kalkgestein (´Kalkscherbenäcker´) sind außerordentlich wildpflanzenreich. An einem schwer zu bewirtschaftenden Hang östlich Schopfloch wurde der deutschlandweit stark gefährdete Venuskamm (Scandix pecten-veneris) gefunden. Auf dem gleichen Acker treten weitere gefährdete oder seltenere Arten auf wie Acker-Hahnenfuß, Blauer Gauchheil, Ackerröte, Roter Zahntrost, Kleiner Orant, Gezähntes Rapünzchen. Insgesamt wurden auf diesem Acker 13 Kennarten nach der Liste des Bundesamtes für Naturschutz für artenreiche Äcker gezählt, was einer Einstufung in die höchste Wertkategorie "äußerst hoher Naturwert" entspricht.

Wesentliche Leistungen und Maßnahmen für die Artenvielfalt sind zum Beispiel:
- Lichtäcker mit geringer Kulturdichte
- Schutzflächen für Ackerwildkräuter
- Kleinflächige Teilnutzung im Kleegras
- Anbau alter Kultursorten (Dinkel: Oberkulmer)
- Kein Walzen/Schleppen im Grünland vom 10.4. bis Ende Juli
- Ruhezeit nach dem 1. Schnitt im Grünland (auf Splitterflächen)
- Keine Düngung auf Teilflächen im Grünland
- Heunutzung
- Verzicht auf Mähaufbereiter
- Ausgedehnte Streuobstwiesen bzw. -weiden mit Altbäumen (> 1000 Obstbäume)
- Säume an Grabenrändern mit Mädesüß
- Heckenpflege durch ´Auf-den-Stock-setzen´ alle 5-10 Jahre

Über den Betrieb

Zurzeit (2018) gehören 97 ha Ackerland und 112 ha Grünland zur Betriebsfläche, die seit 1989 ökologisch bewirtschaftet werden. Der Betrieb hält vor allem Mastrinder und Milchkühe, daneben Mastschweine und Legehennen. Das anfallende Material aus der Heckenpflege am Rand der Schläge wird für die Holzheizung genutzt.

Die Böden sind meist flachgründig auf Muschelkalk, z.T. auch auf Buntsandstein. Es wird ca. 12 cm mit Schälpflug gepflügt. In der 5-7gliedrigen Fruchtfolge werden Kleegras, Winterweizen, Hafer, Sommergerste, Dinkel, Triticale und verschiedene Gemenge (Wintererbsen-Getreide, Ackerbohnen mit Hafer und Gerste, Erbse mit Hafer und/oder Gerste) angebaut.

Auf den Wiesen wird ungefähr zu einem Drittel Silage und zu zwei Dritteln Heu gemacht. Die Milchkühe haben Weidegang (Kurzrasenweide) und werden mit Heu gefüttert. Das Kleegras wird ungefähr zur Hälfte als Grünfutter genutzt.