Landwirtschaft Schrozberg

Zurück zur Übersicht

Lage

Der Betrieb von Klaus Süpple liegt im nordöstlichen Teil von Baden-Württemberg im Naturraum „Kocher-Jagst-Ebenen“.

Betriebsspiegel

69ha Ackerland und 148ha Grünland

Mutterkuhhaltung, Rindermast

130 Mutterkühe, 170 Jungrinder, 5 Bullen

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb werden viele unterschiedliche Naturschutzleistungen erbracht. Die einzelnen Maßnahmen werden auf ausgewählten Flächen bzw. Teilflächen umgesetzt.

  • Ackerland
  • • Drilllücken
  • • Anbau von Luzerne-/Klee-Grasgemenge (LKG)
  • • Stehenlassen von Teilflächen im LKG
  • • Blühflächen
  • • Vielfältige Fruchtfolge
  • • Kleinflächige Anbaustruktur
  • • Anbau seltener Kulturpflanzensorten
  • Grünland
  • • Extensive Wiesen und Weiden
  • • Reduzierte Düngung
  • • Verzicht auf Walzen und Schleppen
  • • Ruhephasen in der Brutzeit im Grünland
  • • Heunutzung
  • Landschaftselemente
  • • Streuobst
  • • Hecken
  • • Altbäume und Totbäume (über 100 Jahre alt)
  • • Lesesteinhaufen/ Natursteinmauern
  • • Gehölzpflege
  • Hofstelle
  • • Ställe und Scheunen als Vogelhabitate
  • • Nisthilfen für Vögel

Besonderheiten in Bezug auf Arten und Naturschutz

Auf bestimmten Ackerflächen werden Drilllücken belassen. In diesen Teilflächen wächst Luzerne aus dem Vorjahr. Insekten, Feldvögel und Feldhasen finden dort reichlich Nahrung und Deckung.

Fast die Hälfte der Ackerflächen ist mit Luzerne bestellt. Flächen mit Luzerne, die nicht zu häufig gemäht werden, sind ein sehr gutes Nahrungs- und Bruthabitat für Insekten, Feldvögel, Greifvögel und Feldhasen. Sie liefern außerdem wertvolles Futter für die Nutztiere und bringen Stickstoff in den Betriebskreislauf. Teilweise werden auf diesen Flächen bei der Mahd Streifen stehengelassen. Ungemähte Streifen sind wichtige Rückzugräume, in denen Tiere während und nach der Mahd Schutz und Deckung finden. Schmetterlinge, Bienen und andere blütenbesuchende Insekten nutzen diese Restflächen als Nahrungsquelle. Luzerne ist eine attraktive Nektarpflanze für viele Arten.

Der Betrieb stellt außerdem Blühflächen mit einem hohen Anteil an Gewürzen, z.B. Bohnenkraut, Schwarzkümmel oder Koriander zur Verfügung. Blühflächen sind ein attraktiver Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Insekten, Spinnen, Feldvögel und Feldhasen finden auf diesen Flächen ganzjährig Nahrung und Rückzugsraum. Feldvögel wie Rebhuhn, Feldlerche und Wachtel können dort brüten und ihre Jungen aufziehen. Bienen, Schmetterlinge und andere blütenbesuchende Insekten finden Nektar und Pollen. Auch Nützlinge, z.B. Schwebfliegen, parasitoide Wespen, Laufkäfer und Spinnen werden gefördert. Zudem dienen diese Strukturen der Vernetzung von Lebensräumen.

Auf dem Betrieb werden viele verschiedene Kulturen angebaut, darunter die seltenen Sorten „Dinkel Oberkulmer“ und „Weizen Graziaro“. Der Anbau mehrerer Fruchtarten mit unterschiedlichen Aussaat- und Erntezeiten sowie Wachstumsverläufen fördert eine hohe gesamtbetriebliche Artenvielfalt.
Die kleinen Anbauflächen des Betriebes erzeugen viele Grenzlinien, die spezielle Lebensräume für viele Arten bieten. Feldvögel, Feldhasen und andere Tiere finden Ausweichräume bei landwirtschaftlicher Bearbeitung.

An den Trockenhängen der Hohenloher Muschelkalktäler mit artenreichen Magerrasen findet eine extensive Weidenutzung statt. Von dieser extensiven Nutzung profitieren viele Tier- und Pflanzenarten. Feldhasen, Greifvögel und Fledermäuse finden hier ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Auch der Verzicht von Walzen und Schleppen schützt die Nester von Feldvögeln und viele Insekten. Auf diesen Weiden wird nicht gedüngt. Hohe Düngung ist eine der Hauptursachen für den Rückgang der Artenvielfalt im Grünland. Auf wenig gedüngten Flächen ist der Aufwuchs lichter. Davon profitieren Blütenpflanzen, Insekten und viele andere Arten. Zudem werden auf einigen Grünlandflächen während der Brutzeit ausreichend lange Ruhephasen eingehalten. Dadurch können Wiesenvögel ihre Bruten erfolgreich aufziehen. Wiesenpflanzen haben ausreichend Zeit zur Fruchtbildung und die Verluste von Junghasen werden reduziert. Auch durch die Heunutzung können die Samen der Kräuter noch trocknen und ausfallen.

Insgesamt hat der Betrieb 351 Obstbäume. Streuobstbestände gehören zu den sehr artenreichen Lebensräumen, vor allem für Insekten und Vögel. Die Blüten werden von Wildbienen, Honigbienen und anderen Insekten besucht. Auf dem Betrieb gibt es außerdem gut ausgebildete Hecken. Hecken und strukturreiche Gebüsche prägen das Landschaftsbild, vernetzten Biotope und dienen vielen Arten als Teillebensraum (z.B. Insekten, Spinnen, Feldhasen und Amphibien). Einige heckenbrütende Vogelarten wie Neuntöter und Sperbergrasmücke nutzen die Gehölze als Lebensraum.

Weitere Strukturelemente sind Altbäume, Lesesteinhaufen und naturschutzgerecht gepflegte Gehölze. Diese Strukturen bieten spezielle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten.

Auf der Hofstelle sind zahlreiche Nistmöglichkeiten für Brutvögel wie Mehlschwalbe, Rauchschwalbe und Spatzen in und außerhalb der Ställe sowie an aufgehängten Nistkästen vorhanden. Zudem gibt es eine Schleiereule auf dem Hof.

Über den Betrieb

Der auf Milchkuhhaltung und Rindermast spezialisierte Betrieb von Herrn Süpple liegt im Nordosten von Baden-Württemberg im Naturraum „Kocher-Jagst-Ebenen“. Es werden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Artenvielfalt umgesetzt. Besonders wertvoll sind die artenreichen Trockenrasen an den Trockenhängen. Der Betrieb ist Mitglied bei Ecoland.

Kontakt

Klaus Süpple / Bossendorf 2 / 74575 Schrozberg