Leibertinger Biohöfe GbR (Betriebsleiter Lothar Braun-Keller)

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Lage

Der Betrieb liegt im südwestlichen Teil der Schwäbischen Alb bei Leibertingen.

Betriebsspiegel

Gesamtfläche ca. 244 ha, davon 77 ha Ackerland und 163 ha Grünland sowie 3,5 ha Streuobst

Mastrinder, Biogas, Landschaftspflege mit Schafen, Ziegen und Ponys

Ungefähr 115 Rinder, 70 Schafe, 15 Ziegen, 12 Ponys

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf den Leibertinger Biohöfen werden viele unterschiedliche Naturschutzleistungen erbracht. Die einzelnen Maßnahmen werden auf Teilen der Betriebsflächen umgesetzt.

  • Lichtacker durch weite Reihe
  • Anbau von Kleegras
  • Blühstreifen im Kleegras
  • Kleinflächige Teilnutzung im Kleegras, zB. Frischfuttermahd
  • Mindestens 4 Fruchtarten in der Fruchtfolge
  • Kleinflächige Schläge <2ha bzw. <5ha
  • Grünlandnutzung nach Verbandsrichtlinien und max. 2 Schnittnutzungen plus Beweidung Walzen / Schleppen nicht 10.4. bis 31.7.
  • Dauerhafter Verzicht auf Walzen u. Schleppen
  • Verzicht auf Düngung
  • Mind. 8 Wochen ohne Bearbeitung vor oder nach der 1. Nutzung
  • 1. Nutzung ab 1.7.
  • Stehenlassen von Teilflächen
  • Neuanlage und spezielle Massnahmen für wertvolle Biotope
  • Hochstämme, inkl. Obstbaumreihen
  • Neuanlage von Obstwiesen mit Hochstämmen
  • Ungenutzte Offenflächen
  • Säume und Feldraine
  • Lesesteinhaufen
  • Nisthilfen für Großvögel
  • Offene Räume in Gebäuden für Schwalben, Schleiereulen usw.
  • Vorkommen von wertgebenden / gefährdeten Tierarten
  • Ackerflächen mit hoher Artenvielfalt
  • Vorkommen stark gefährdeter oder besonders wertgebender Ackerwildkräuter
  • Grünlandflächen mit hoher Artenvielfalt

Besonderheiten in Bezug auf Arten- und Naturschutz

Sowohl die Ackerflächen als auch die Grünlandflächen sind häufig sehr artenreich. Bemerkenswerte Ackerwildkräuter der Äcker (Rote Liste ´gefährdet´) sind vor allem Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis), Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis) und Finkensame (Neslia paniculata) mit jeweils mehreren Fundorten auf verschiedenen Schlägen. An Problemarten im Getreide sind Ampfer und Hohlzahn zu nennen.
Im Grünland sind artenreiche Frischwiesen (z.T. FFH-Lebensraumtyp) und trockene Magerrasen vorhanden. Wertgebende Arten sind z.B. Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis), Wiesen-Glockenblume (Campanula patula), Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor) oder Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria). Als Magerkeitszeiger ist der Mittlere Wegerich (Plantago media) weit verbreitet.
Die Artenvielfalt von Blütenpflanzen ist ein guter Indikator für die Gesamtartenvielfalt: in blütenreichen Biotopen kommen in der Regel auch viele Blütenbesucher wie Schmetterlinge und Bienen vor. Die Artenvielfalt bei den Pflanzen zeigt auch eine günstige Vegetationsstruktur mit ausreichender Besonnung des Erdbodens an, was günstig ist für wärmeliebende Insekten wie Heuschrecken. Viele Insekten bieten wiederum den Vögeln und anderen Tieren eine gute Nahrungsgrundlage.

Wesentliche Maßnahmen und Leistungen für die Artenvielfalt sind zum Beispiel:
• Der Anbau von Körnerfrüchten in weiter Reihe mit geringer Intensität von Beikrautregulierung schafft lichte Bestände mit Ackerwildkräutern und Brutplätze für Feldvögel.
• Die Nutzung von Kleegras als Frischfutter mit Stehenlassen von Teilflächen erhält Blüten für Insekten und Rückzugsräume für Kleintiere.
• Im Grünland gibt es auf einem sehr großen Anteil der Flächen eine Ruhezeit ohne Nutzung und Schleppen/Walzen von mindestens 8 Wochen innerhalb der Brutzeit.
• Ein Teil des Grünlandes wird nicht gedüngt sowie nicht geschleppt oder gewalzt.
• Teilflächen im Grünland werden bei einer Mahd stehengelassen.
• Durch Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen werden wertvolle Biotope mit Trockenrasen erhalten.

Über den Betrieb

Zurzeit (2018) gehören 77 ha Ackerland und 163 ha Grünland zur Betriebsfläche, insgesamt wird über eine Kooperation noch deutlich mehr Ackerland bewirtschaftet. Weiterhin gibt es 3,5 ha Streuobst. Der Betrieb hält über 100 Mastrinder, die mit Grünfutter und Silage gefüttert werden. Das Grünfutter wird hauptsächlich im Kleegras als Frischfutter geerntet. Daneben gibt es Schafe, Ponys und Ziegen, mit denen auf nicht betriebseigenen Flächen Landschaftspflege betrieben wird.
Wesentlicher Bestandteil des Nährstoffkreislaufes im Betrieb ist die Biogasanlage, die mit Gras und Mist beschickt wird. Dabei kommen ca. 50% aus dem eigenen Betrieb, der Rest aus Kooperationen mit weiteren Betrieben, die Reststoffe aus der Biogasanlage zurück bekommen.
Die Ackerböden sind überwiegend flachgründig, mit geringer Humusauflage auf Kalkgestein (Rendzina) und trocknen daher schnell aus. Bei ausreichenden Niederschlägen werden aber gute Erträge erzielt. In der siebengliedrigen Fruchtfolge stehen Kleegras, Hafer, Winterweizen, Dinkel, Roggen, Wintergerste und Triticale. Getreide wird seit 2016 in weiter Reihe angebaut.