Mutterkuhbetrieb Jörg von Schönfels

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Lage

Der Betrieb von Herrn von Schönfels liegt im hessischen Mittelgebirge auf ca. 450 m ü. N.N. im Naturpark und EU-Vogelschutzgebiet „Vogelsberg“ bei Herbstein – dem größten geschlossenen Basaltgebiet in Europa. Das mitten in Hessen gelegene Vogelsbergmassiv zeichnet sich durch einen hohen Anteil an montanem Grünland mit extensiven Bergmähwiesen und -weiden aus.

Betriebsspiegel

135 ha Grünland und 15 ha Ackerland

Mutterkuhhaltung, Rindermast, Direktvermarktung

100 Mutterkühe, 70 Kälber, 15 Jungrinder, 40 Mastbullen und vier Deckbullen

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb werden viele unterschiedliche Naturschutzleistungen erbracht. Die einzelnen Maßnahmen werden auf ausgewählten Flächen bzw. Teilflächen umgesetzt.

  • Ackerland
  • Reduktion von Striegeln und Hacken
  • Anbau von Luzerne-/Klee-Grasgemenge (LKG)
  • Stehenlassen von Teilflächen im LKG
  • Kleinflächige Anbaustruktur
  • Grünland
  • Extensive Wiesen und Weiden
  • Reduzierte Düngung
  • Ruhephasen in der Brutzeit
  • Stehenlassen von Teilflächen im Grünland
  • Heunutzung
  • Schonende Mahdverfahren
  • Spezielle Schutzmaßnahmen für Wildtiere
  • Landschaftselemente
  • Hecken
  • Periodische Vernässungen
  • Hofstelle
  • Ställe und Scheunen als Vogelhabitate
  • Nisthilfen für Insekten
  • Ergebnisorientierte Leistungen
  • Vorkommen gefährdeten Tierarten
  • Artenreiche Äcker
  • Artenreiches Grünland
  • Gefährdete Lebensraumtypen

Besonderheiten in Bezug auf Arten und Naturschutz

Der Charolais-Mutterkuhbetrieb von Herrn von Schönfels ist vor allem durch Umtriebsweiden mit geringer Besatzdichte charakterisiert. In den Tallagen findet Mitte Mai ein Schnitt vor Beweidung statt. Für die Heunutzung zur Kuhfütterung (nur für tragende Kühe) bewirtschaftet der Betrieb großflächige Anteile von blüten- und kräuterreichen Berg-Mähwiesen (LRT 6520) sowie kleinere Anteile an extensiven Mähwiesen (LRT 6510) und artenreichen Borstgrasrasen (LRT 6230). Als charakteristische Kennarten treten hier u.a. seltene und gefährdete Arten wie Arnika (Arnica montana), Teufelsabbiss (Succisa pratensis), Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum), Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) und Wald-Läusekraut (Pedicularis sylvatica) auf. Auf allen Wiesen und Weiden erfolgt eine Düngung ausschließlich mit Festmist, die sich positiv auf die Artenvielfalt auswirkt. Auf einen Mähaufbereiter wird grundsätzlich verzichtet. Auf einzelnen Grünländern ist zudem zukünftig das Stehenlassen von Teilflächen ohne Nutzung von Mitte Juni bis Mitte Juli sowie die Anlage von überjährigen Grasstreifen zur Förderung von Insektengemeinschaften geplant.
Auf den wenigen Ackerflächen (alle unter 4 ha) auf Basaltverwitterungsböden wird ein reduzierter Striegel-Einsatz umgesetzt. Angebaut wird neben Getreide (Triticale, Weizen, Sommergerste und zukünftig Wintergerste) auch Luzerne mit Kleegras bzw. nur Kleegras.

Die Fruchtfolge besteht aus Winterweizen-Triticale-Sommergerste und 2-4 Jahren Kleegras. Im Kleegras wird von Zeit zu Zeit auch Festmist ausgebracht. Zukünftig soll zur Förderung der Insektendiversität beim Luzerne-Kleegras auch das Stehenlassen von Teilflächen bei der Mahd umgesetzt werden. Aus floristischer Sicht kann die Segetalflora der Äcker als Sandmohn-Gesellschaft mit Übergang zur Kamillen-Gesellschaft angesprochen werden. In den zumeist lichten Beständen treten charakteristische Arten wie Sand-Mohn (Papaver dubium), Sand-Vergissmeinnicht (Myosotis stricta), Gezähnter Feldsalat (Valerianella dentata) und Echte Kamille (Matricaria recutita) zerstreut auf.
Die offenen Viehställe bieten gute Nistbedingungen für Rauchschwalben (Hirundo rustica), Schwarzstörche (Ciconia nigra) nutzen die Wiesen und Weiden als Futterflächen. Auf einer Fläche erfolgt zur Förderung des in Deutschland stark im Bestand gefährdeten Wachtelkönigs (Crex crex) eine Spätmahd im September. Als spezielle Nestschutzmaßnahme setzt Herr von Schönfels vor dem Mähen die Haufen von Erdwespen um; ebenso gibt es Nisthölzer für Wildbienen.
Diverse Landschaftselemente, u.a. Hecken (>5m Breite), Altbäume, Kleinstrukturen (Totholz) und periodische Vernässungen durchziehen die heterogene Landschaftsstruktur der Betriebsfläche.

Über den Betrieb

Der Betrieb von Herrn von Schönfels liegt im hessischen Mittelgebirge auf ca. 450 m ü. N.N. im Naturpark und EU-Vogelschutzgebiet „Vogelsberg“ bei Herbstein – dem größten geschlossenen Basaltgebiet in Europa. Das mitten in Hessen gelegene Vogelsbergmassiv zeichnet sich durch einen hohen Anteil an montanem Grünland mit extensiven Bergmähwiesen und -weiden aus. Im Fokus des Betriebs steht die Mutterkuhhaltung. Etwa ein Zehntel der Betriebsfläche ist Ackerland, auf denen neben Getreide auch Kleegras/Luzerne für die Endmast der Rinder angebaut wird. Der Haupterwerbszweig des Betriebs von Herrn von Schönfels beruht auf der Erzeugung von Bio-Beef aus der Mutterkuhhaltung, das heißt das Kalb trinkt nur die Milch der eigenen Mutter. Die Kühe sind im Winter in großen Laufställen untergebracht, liegen auf Stroh und dort werden auch die Kälber geboren. Im Winter fressen alle Kühe nur Grassilage und Heu, das auf dem eigenen Bio-Betrieb angebaut wird. Im Mai, wenn draußen auf den Grünländern ein üppiges Futterangebot vorhanden ist, gehen alle Tiere auf die Weide. Vier Deckbullen sorgen für den Nachwuchs des nächsten Jahres. Der Betrieb wurde im Jahr 2000 auf ökologischen Landbau umgestellt.

Kontakt

Hans-Jörg von Schönfels - Mutterkuh-Betrieb / Oberndorfer Höfe 1 / 36358 Herbstein