Witt, Jan

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Betriebsspiegel

Gesamtfläche 75 ha, 60 ha Grünland, 11 ha Ackerland, 4 ha Obstbau

Färsenmast, Ackerbau und Obstbau

70 Mastfärsen und 10 Pferde

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb von Dr. Jan Witt kommen verschiedene Naturschutzleistungen zur Anwendung. Die einzelnen Maßnahmen umfassen Teilflächen auf dem Betrieb.

  • Stoppelbearbeitung nach 15.8.
  • Kleegras Basis
  • 8 Wochen Ruhephase während der Brutzeit (April bis E Juli) im Kleegras
  • Geringer Anteil von Mais
  • Kleinteilige Anbaustruktur II: <5ha
  • GL Basis
  • Walzen / Schleppen nicht 10.4. bis 31.7.
  • Ruhephase mind. 8 Wochen in der Brutzeit
  • Spätnutzung ab 15.7.
  • Heunutzung
  • Verzicht auf Mähaufbereiter
  • Beweidung von Grabenrändern (Eiderstedt, Schleswig-Holstein)
  • Streuobstwiesen, Obstbaumreihen
  • Fläche der Landschaftselemente
  • Kleingewässer
  • Säume an Grabenrändern
  • Nisthilfen und Quartierhilfen (Vögel, Insekten, Fledermäuse)
  • Nisthilfen für Kleinvögel und Insekten
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen
  • Neuanlage Nisthilfe Storch
  • Feldgehölze und Baumreihen

Besonderheiten in Bezug auf Arten- und Naturschutz

Der Betrieb von Herrn Dr. Witt liegt in der Elbmarsch nahe der Stadt Stade. Die Elbmarsch ist, wie der Name schon verrät, geprägt durch die schweren Marschböden. Diese weisen eine sehr hohe Bodenfruchtbarkeit auf, daher wird in dieser Region auch größtenteils sehr intensive Landwirtschaft betrieben. Hier ist der Betrieb von Herrn Dr. Witt eine Ausnahme, der mit der Bio-Färsenmast in Weidehaltung ein Betriebskonzept entwickelt hat, mit dem die Grünlandflächen des ehemaligen Milchviehbetriebs im Nebenerwerb bewirtschaftet werden können.
Eine Besonderheit in dieser Region sind zudem die ausgedehnten Obstbauplantagen, auf denen intensiver Obstbau mit kurzen Standzeiten betrieben wird. Der Betrieb bewirtschaftet auch 2 Obstplantagen von jeweils 2 ha mit über 50 Jahre alten Bäumen. Eine wurde vom Betrieb selbst mit alten Hochstammsorten erneuert, eine weitere mit einem ebenfalls sehr alten Baumbestand wurde von einem Nachbarbetrieb übernommen. Diese Bäume mit ihrem hohen Totholzanteil und Bruthöhlen bieten ideale Brut- und Nahrungshabitate für Vögel. Zudem findet eine nur sehr extensive Pflege zwischen den Baumreihen statt, was wiederum das Überwintern von Insekten fördert.

Wichtig ist dem Betrieb zudem die Entwicklung der an den Flächen angrenzenden Gewässer. Hier versucht der Betrieb, wo es möglich ist, auch die Entwässerung der Flächen auf das nötigste zu beschränken, damit ein „Trockenfallen“ der Oberflächengewässer vermieden werden kann. Außerdem werden entlang der Gräben bei der Mahd Säume stehengelassen, die als Schutzstreifen für Amphibien dienen.
Eine weitere Besonderheit ist die zaunlose Beweidung einiger Weideflächen, die vor dem alten Hauptdeich in Richtung Elbe gelegen sind. Hier findet die „Einzäunung“ der Tiere mittels der vorhandenen Gräben statt. Dies hat aus Naturschutzsicht den Vorteil, dass die Weidetiere durch ihren Tritt abgeflachte und kurzrasige Uferbereiche schaffen. In diesen haben dann stochernde Vögel wie etwa Waldschnepfe, Bekassine und Flussuferläufer bessere Chancen, Nahrung zu finden. Nachteilig dabei für den Betrieb ist dadurch sicherlich der erhöhte Gewässerpflegeaufwand als auch eine tendenziell höhere Ausbruchgefahr der Weidetiere.

Über den Betrieb

In der Elbmarsch finden wir neben intensiven Obst- und Ackerbau auch viele Grünlandflächen die mittlerweile ebenfalls intensiv bewirtschaftet werden. Dies liegt an der Gunst dieser Standorte, sie weisen eine hohe Grünlandzahl (Bodengüte) auf und relativ hohe Jahresniederschlagsmengen. Daher findet hier zumeist intensiver Futterbau statt. Betriebe, die noch Weidehaltung betreiben, sind daher sehr wertvoll für den Naturschutz.
Der Betrieb weidet seine Flächen mit zugekauften Rindern in einem Färsen-Weidemastverfahren. Es handelt sich bei den Tieren um Fleischrinder wie Charolais, Limousin oder Uckermärker, die häufig von Mutterkuhherden aus Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg stammen. Die Rinder werden möglichst früh auf die Weide getrieben und dann noch über einen Winter im Stall gefüttert. Gegen Ende der zweiten Weidesaison sind die Rinder dann meistens schlachtreif.
Neben der Rindermast betreibt der Betrieb noch Ackerbau. In der Fruchtfolge werden Kleegras, Winterweizen und Hafer angebaut. Zusätzlich bewirtschaftet der Betrieb noch 4 ha Obstplantagen, auf denen zumeist Mostobst gewonnen wird.
Herr Dr. Witt hat mit der Weidemast und den ergänzenden Betriebszweigen ein Betriebskonzept entwickelt, dass die Weidehaltung in diesem Betrieb nachhaltig ermöglicht. Durch die Beweidung der Grünlandflächen leistet der Betrieb einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Zudem ist der Betriebsleiter dem Naturschutz insgesamt verbunden und will noch weitere Maßnahmen, wie etwa den Anstau von Gräben oder auch das Aufstellen einer Storchennisthilfe in Angriff nehmen.

Dr. Jan Witt

Flethstraße 5 / 21683 Stade-Bützfleth