Bedrohte Artenvielfalt

Zurück zur Übersicht

Dramatischer Rückgang der Artenvielfalt 

Der Rückgang und Verlust an wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in Deutschland und Europa ist alamierend. Das politische Ziel, diese Entwicklung aufzuhalten, ist noch lange nicht erreicht. Wesentlichen Einfluss darauf hat die Art der Landbewirtschaftung. Über 50% der Fläche in Deutschland wird durch die Landwirtschaft genutzt. Sie prägt dadurch in vielfältiger Weise den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Zunehmend intensive Bewirtschaftungsmethoden tragen massiv zum Rückgang der Artenvielfalt bei.

„Der Verlust der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimawandel als die kritischste globale Umweltbedrohung zu sehen. Wir erleben gegenwärtig ein Artensterben in beispiellosem Tempo.“

Biodiversitätstrategie der Europäischen Kommission 2011

 

Das Verschwinden der bunten Wiesen und Äcker

Durch die intensive Nutzung in der konventionellen Landwirtschaft haben sich die Äcker, Wiesen und Weiden grundlegend verändert und bieten kaum noch Lebensraum für wildlebende Tiere und Pflanzen. Ackerwildkräuter wie der Acker-Rittersporn, der Sandmohn oder die Acker-Lichtnelke sind nur noch selten anzutreffen. Sie sind zwingend auf extensive Ackerbewirtschaftung angewiesen und gehören  daher heutzutage zu den am meisten gefährdeten Artengruppen in Mitteleuropa. Im Grünland ist die Situation ähnlich: starke Düngung und häufige Mahd begünstigt wenige, besonders wuchskräftige Pflanzenarten auf Kosten vieler konkurrenzschwacher Arten. Kurze Nutzungspausen erlauben den Wiesenvögeln nicht, erfolgreich zu brüten. Durch Entwässerung von Niedermooren sind Arten, die auf feuchte Wiesen angewiesen sind, vielerorts ausgestorben. Auch Tagfalter, die in Grünlandlebensräumen vorkommen, sind laut dem europäischen Trendindikator um fast 50% zurückgegangen.

Kein Raum mehr für Feldvögel, wie das Braunkehlchen

Der europäische Agrarvogelindikator (Farmland Bird Indicator) zeigt einen Rückgang der Gesamtbestände von Agrarvögeln um 52 % seit 1980. Alarmierend sind vor allem die starken Populationsrückgänge von typischen, ehemals weit verbreiteten Arten der Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Wiesenpieper, Rebhuhn und Braunkehlchen. Derzeit befinden sich 45% der Agrarvogelarten bereits auf der Roten Liste Deutschlands und über 30% auf der Vorwarnliste. Damit gelten die Vögel der Agrarlandschaft als überdurchschnittlich stark gefährdet.

Der Ökologische Landbau als Chance für die Artenvielfalt

Ökologisch bewirtschaftete Betriebe tragen in hohem Maße zur Artenvielfalt bei. Schon geringe Änderungen in den Bewirtschaftungsverfahren können eine hohe Wirkung auf die Artenvielfalt entfalten. Maßnahmen zur Förderung wildlebender Tier- und Pflanzenarten sind daher im Ökologischen Landbau besonders effektiv.


Mehr zum Rückgang der Artenvielfalt finden Sie in der Studie „Grundlagen für einen Naturschutzstandard im Ökolandbau“