Ökologische Landwirtschaft

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Die Prinzipien des ökologischen Landbaus und die gesetzlich verankerten Richtlinien der Ökoverbände bilden die Basis für das Naturschutzmodul. Ökologisch bewirtschaftete Betriebe leisten nachweislich einen hohen Beitrag zur Artenvielfalt. Viele Merkmale dieser Wirtschaftsweise decken sich mit den Zielen des Naturschutzes.

Als Potenzial für die Artenvielfalt hervorzuheben sind:

  • Erhalt der Bodenfruchtbarkeit durch vielfältige Fruchtfolgen mit Leguminosen als natürliche Stickstofflieferanten
  • artgerechte Tierhaltung, und Fütterung auf Basis von  Futtermitteln, die im Betrieb erzeugt werden (flächenabhängige Tierhaltung)
  • Verzicht auf mineralische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel
  • keine Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen

Diese Bewirtschaftung schafft auch vielfältige Lebensräume für wildlebende Tiere und Pflanzen. So kommt zum Beispiel das allgemein geringere Nährstoffniveau von Äckern und Grünland  den Lebensraumansprüchen der meisten Arten sehr entgegen. In einer Vielzahl von nationalen und internationalen Vergleichsuntersuchungen ist belegt, dass  auf ökologisch bewirtschafteten Betrieben deutlich mehr Arten vorkommen als auf konventionellen.

Aber auch im Ökolandbau gibt es Konflikte mit den Zielen des Naturschutzes
Der steigende ökonomische Druck zwingt die Ökolandwirte zur Intensivierung und Spezialisierung. Verstärkt wird dies in den letzten Jahren außerdem durch die stark steigenden Pacht- und Bodenpreise in vielen Regionen Deutschlands. Eine Reihe von Konflikten mit den Zielen des Naturschutzes sind bekannt. Zum Beispiel findet landwirtschaftliche Bearbeitung auch zu Zeiten statt, zu denen sich wildlebende Pflanzen und Tiere fortpflanzen. So können durch frühe und häufige Nutzung von Ackerfutter oder Grünland die Nester bodenbrütender Vögel wie Feldlerche oder Wiesenpieper zerstört oder Jungtiere getötet werden. Spätblühende Ackerwildkräuter können nicht zur Samenreife gelangen, wenn die Bodenbearbeitung direkt nach der Getreideernte stattfindet.

Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt im Ökologischen Landbau
Für das langfristige Überleben von wildlebenden Tieren und Pflanzen sind daher angepasste Bewirtschaftungsverfahren, die häufig mit Ertrags- und Qualitätseinbußen oder zusätzlichen Aufwendungen verbunden sind, erforderlich. Auch die Pflege oder Neuanlage von Landschaftselementen wie z.B. Hecken oder Kleingewässer ist aufwändig und erfordert ein zusätzliches Engagement der Landwirte, das über die Richtlinien der ökologischen Bewirtschaftung hinausgeht. Gerade in der Kombination von naturnahen Biotopen und ökologischer Bewirtschaftung in deren Umgebung liegt ein besonderes Potenzial für die Erhöhung der Artenvielfalt.

Das neue Naturschutzmodul im Ökolandbau
Im Rahmen des neuen Naturschutzmoduls werden sowohl die vorhandenen ökologischen Leistungen auf den Betrieben gewertet als auch zusätzliche Maßnahmen eingefordert, die die angesprochenen Konflikte zumindest auf Teilflächen des Betriebes lösen oder zusätzliche naturnahe Lebensräume schaffen.


Weitere Informationen finden Sie unter Veröffentlichungen.