Feldlerche

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Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist noch eine der häufigsten Feldvögel in der Kulturlandschaft, aber ihre Bestände nehmen stark ab und viele großflächige Ackerbaugebiete sind nur noch sehr dünn besiedelt. Der Rückgang von „Allerweltsarten“ wie der Feldlerche ist besorgniserregend – es bedeutet, dass selbst Arten mit geringen Ansprüchen an den Lebensraum in der modernen Intensivlandwirtschaft nicht mehr überleben können.

Lebensraum und Ökologie

Die Feldlerche ist ein typischer Singvogel des Offenlandes. Sie kommt auf weiträumigen Wiesen, Weiden und Äckern vor und hält einen Abstand von ca. 100m zu Wald und großen Gehölzen ein. Das Nest wird am Boden gebaut. Wenn die Bedingungen gut sind, brüten die Vögel bis zu 3mal von Frühjahr bis Sommer. Vom Nestbau bis zur Entwicklung flugfähiger Jungvögel vergehen ca. 38 Tage.

Die Feldlerche besiedelt nahezu alle landwirtschaftlichen Kulturen, bevorzugt aber ertragsärmere Böden mit lichter Vegetation. Hochwüchsige und dichte Kulturen wie Mais und Wintergetreide werden gemieden. Hohe Revierdichten erreicht sie im Kleegras, in Sommergetreide und auf Brachflächen.

Als Kurzstreckenzieher trifft die Feldlerche sehr früh im Jahr in den Brutgebieten in Deutschland ein. Die Hauptbrutzeit beginnt Anfang April und erstreckt sich bis in den Sommer. Die Winterquartiere liegen überwiegend in West- und Südeuropa.

Gefährdung

Die Feldlerchenbestände nehmen in Deutschland und auch europaweit stark ab. Eine wesentliche Ursache liegt in der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft: stark gedüngte und dichte Kulturbestände sind ungeeignet als Brutplatz und in pestizidbehandelten Feldern der konventionellen Landwirtschaft finden die Vögel zu wenig Nahrung.

Aufgrund der gravierenden Bestandsabnahme steht die Feldlerche in Deutschland auf der Roten Liste als gefährdet.

Vorkommen auf den ökologisch bewirtschafteten Projektbetrieben

Die Feldlerche ist im Ökologischen Landbau weit verbreitet und erreicht nicht selten hohe Revierdichten. Detaillierte Untersuchungen von den Projektbetrieben liegen nicht vor. Bei Untersuchungen auf dem Demeterhof Ökodorf Brodowin wurde eine mittlere Revierdichte von 4 Revieren pro 10 ha besiedelbares Ackerland erreicht. Auf konventionell bewirtschafteten Äckern finden sich in der Regel nur 1-2 Reviere pro 10 ha.

Welche Maßnahmen sind besonders zur Förderung der Feldlerche geeignet?

Im Ökologischen Landbau findet die Feldlerche in vielen Kulturen gute Lebensbedingungen. Eine wichtige Maßnahme zur Erhöhung des Bruterfolgs ist die Einhaltung von ausreichenden Ruhezeiten während der Brutzeit im Grünland und im Kleegras. Ideal ist eine nutzungsfreie Zeit von mindestens 8 Wochen. Mit Hochschnitt wird die Überlebenswahrscheinlichkeit von Nestern bei der Mahd gesteigert.

Im Ackerbau wird die Feldlerche durch eine große Vielfalt von Kulturen und durch die Anlage von Brachflächen und Blühstreifen gefördert. In dichten Kulturbeständen können Drilllücken oder sogenannte Lerchenfenster den Zugang zum Boden erleichtern und den Nestbau ermöglichen. Die Förderung von Ackerwildkräutern erhöht das Nahrungsangebot an Insekten und Spinnen.

Maßnahmen im Handbuch „Landwirtschaft für Artenvielfalt“:

  • A1.2    Nicht Striegeln im Nachauflauf
  • A4.1    Drilllücken
  • A4.2    Geringe Kulturdichte
  • A8       Ruhezeit während der Brutzeit im Kleegras
  • A9       Hochschnitt im Kleegras
  • A12.1  Einjährige Blühmischungen
  • A12.2  Buntbrachen und Blühstreifen
  • A13     Ackerstilllegungen
  • A14     Anbau alter Nutzpflanzenarten und Extensivsorten
  • A15     Vielfältige Fruchtfolge und geringer Anteil von Mais
  • A16     Kleinteilige Anbaustruktur
  • G3.1    Kein Walzen/Schleppen in der Brutzeit
  • G4.1    Keine Düngung im Grünland
  • G4.2    Keine Düngung außer P,K
  • G5.1    Ruhezeit 8-10 Wochen April bis Anfang Juni
  • G5.2    Ruhezeit 8-10 Wochen nach der ersten Nutzung
  • G10.1  Hochschnitt großflächig

Texte: F. Gottwald & K. Stein-Bachinger; erstellt im Rahmen des WWF-Projektes „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ 2015