Haffwiesenhof KG

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Lage

Der Betrieb liegt zwischen der Ueckermünder Heide und dem Oderhaff im Nordosten Mecklenburgs-Vorpommerns. Ganze 60% der Flächen gehören auch zum Natura 2000-Vogelschutzgebiet am Rande des Naturpark am Stettiner Haff. Die Landschaft ist geprägt von flachen küstennahen Feldern und Niedermoor.

Betriebsspiegel

Gesamtfläche 640 ha, 200 ha Ackerland, 435 ha Grünland

Rinderhaltung, Schafhaltung, Landschaftspflege und Naturschutz

320 Rinder, 500 Schweine, 400 Schafe

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Bestimmte Maßnahmen werden auf allen Grünlandflächen durchgeführt. Darüber hinaus werden spezielle Artenschutzmaßnahmen auf Teilflächen zusätzlich durchgeführt.

  • Nicht Striegeln
  • Späte Stoppelbearbeitung im Spätsommer
  • Überwinternde Stoppelbrache
  • Geringe Kulturdichte
  • Kleegras Basis
  • 8 Wochen Ruhephase während der Brutzeit im Kleegras
  • Buntbrachen und Blühstreifen
  • Vielfältige Fruchtfolge
  • Kleinteilige Schlagstruktur
  • Grünland Basis
  • Walzen / Schleppen nicht 15.3. bis 31.7.
  • Keine Düngung
  • Nutzungsruhe 8 Wochen während der Brutzeit im Grünland
  • Heunutzung
  • Überjährig ungenutzte Streifen
  • Kein Mähgutaufbereiter
  • Periodische Vernässungen im Acker
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen
  • Vorkommen von FFH-Arten und gefährdeten Tierarten
  • Nassgrünland
  • Nestschutz bei Wiesenbrütern und weitere spezielle Maßnahmen zum Schutz von seltenen Wiesenbrütern

Besonderheiten in Bezug auf Arten und Naturschutz

Herausragendes Merkmal des Betriebes ist das Vorkommen mehrerer stark gefährdeter bzw. in Mecklenburg-Vorpommern vom Aussterben bedrohter Vogelarten. Dazu gehören einige Arten aus der Gruppe der Watvögel, die nur in Gebieten mit sehr hohen Wasserständen vorkommen. Eine extensive Nutzung der Flächen in den Brutgebieten muss jedoch trotzdem stattfinden, da die Vegetation sonst zu sehr verfilzt. Die schwierige Verbindung von Vogelschutz und landwirtschaftlicher Nutzung wurde durch ein spezielles Arten- und Lebensraumschutzprojekt ermöglicht, dass im Rahmen einer Kompensation finanziert wird.
In der Kernzone der Vogelvorkommen wird auf ca. 100ha der Wasserstand während des gesamten Frühjahrs sehr hoch gehalten. Eine Beweidung findet in Teilbereichen statt, wo keine Nester vorhanden sind, die Nestzonen werden ausgezäunt. Das dadurch entstehende Nutzungsmosaik ist für die Vögel sehr günstig, da auf den beweideten Flächen die Nahrungssuche vor allem für die Jungvögel einfacher ist als in ungenutzten, hohen Grasbeständen. Die Kuhfladen bieten mit ihrem Insektenleben außerdem eine "stocherfähige" Nahrungsreserve, wenn die Bodenoberfläche bei Trockenheit zu stark austrocknet.

Eine Mahd findet erst statt, wenn die Jungvögel flügge sind und das Gebiet verlassen haben. Das Brutgeschehen wird von einer Vogelkundlerin über das gesamte Frühjahr beobachtet und dokumentiert, so dass der Betrieb immer die nötigen Informationen über die aktuelle Lage in den Brutgebieten erhält und die Bewirtschaftung entsprechend anpassen kann.
In Teilen des Niedermoorgebietes wird seit einigen Jahren vom Projekt auch eine regelmäßige Erfassung des Braunkehlchens durchgeführt. Die Vögel profitieren von den späten Mahdterminen und der Mosaiknutzung im Grünland. Die Nester werden häufig in der Nähe von Weidezäunen angelegt, wo ungemähte Streifen bis zum Ende der Brutzeit stehenbleiben.
Auch die Ackerflächen werden extensiv bewirtschaftet. Es wird nicht gestriegelt und Teilflächen bleiben als überwinternde Stoppelbrache ohne Bodenumbruch bis zum folgenden Frühjahr. Die Ackerwildkrautflora auf den Flächen ist noch wenig untersucht, aufgrund des armen Bodens und der schonenden Bewirtschaftung ist mit Vorkommen seltener Arten zu rechnen (z.B. Lämmersalat).

Über den Betrieb

Der Betrieb liegt an der Ostseeküste am Stettiner Haff zwischen Anklam und Ückermünde. Die nördlich angrenzenden Wasserflächen gehören zum FFH-Gebiet "Peenestrom, Achterwasser und Kleines Haff", südlich grenzt die "Ückermünder Heide" an. Fast der gesamte Betrieb liegt im Vogelschutzgebiet "SPA Peenetallandschaft".
Große Teile der Grünlandflächen bestehen aus vernässten Niedermoorböden (Polderflächen unterhalb der Mittelwasserlinie), auf denen eine sehr extensive Grünlandnutzung stattfindet. Die Ackerflächen auf den südlich gelegenen Mineralböden sind sandig mit überwiegend geringen bis sehr geringen Bodenwertzahlen (mittlere Ackerzahl 20).

Kontakt

Stefan Decke / Dorfstraße 80 b / 17375 Leopoldshagen
Webseite: www.haffwiesenhof.de