Schäferei Seebürger

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Lage

Der Betrieb von Klaus Seebürger befindet sich in Preten, Niedersachsen. Die Landschaft ist geprägt von Hügeln und Seen und einer Vielzahl von Landschaftselementen.

Betriebsspiegel

Gesamtfläche 1508 ha, davon 248 ha Ackerland und 1259 ha Grünland

Schafhaltung, Rinderhaltung

715 Rinder, 38 Pferde, 4760 Schafe

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf der Schäferei von Klaus Seebürger kommen folgende Naturschutzleistungen zur Anwendung:
Die einzelnen Maßnahmen umfassen Teilflächen auf dem Betrieb.

  • Nicht Striegeln
  • Eingeschränktes Pflügen in der Nähe von Kleingewässern
  • Kleegras Basis
  • Buntbrachen und Blühstreifen
  • Geringer Anteil von Mais
  • Vielfältige Fruchtfolge
  • Grünland Basis
  • Walzen / Schleppen nicht 15.3. bis 31.7.
  • Keine Düngung
  • Nutzungsruhe 10 Wochen während der Brutzeit im Grünland
  • Heunutzung ab 15.06.
  • Teilflächen mit Spätnutzung
  • Hochschnitt großflächig 12 cm
  • Kein Knickaufbereiter
  • Amphibiengewässer, Kleingewässer
  • Größere Gewässer
  • Säume an Grabenrändern
  • Lesesteinhaufen, Steinwälle
  • Nisthilfen für Großvögel und Fledermäuse
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen
  • Artenreiches Grünland II
  • Nassgrünland

Besonderheiten in Bezug auf Arten und Naturschutz

Die Schäferei von Klaus Seebürger befindet sich im Amt Neuhaus an der Elbe und damit mitten im Biosphärenreservat Elbtalaue, welches eine überregionale Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz hat. So sind im Biosphärenreservat Elbtalaue 400 Pflanzenarten nachgewiesen, die auf der roten Liste in Niedersachsen stehen. Außerdem brüten 150 Vogelarten im Biosphärenreservat Elbtalaue, darunter so hochgradig gefährdete Arten wie der Weißstorch.
Bei einem Großteil der Betriebsflächen handelt es sich um Polder- und oder Deichvorlandflächen, diese sind immer wieder von Überschwemmungsereignissen betroffen (z.B. Elbhochwasser 2013). Doch gerade das Vorkommen von feuchten Stellen in Kombination mit einem sehr lang vernetztem Grabensystem, schafft Übergänge zwischen Grünland und Kleingewässern, welche für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten günstige Lebensbedingungen schafft. Um diese Strukturvielfalt zu erhalten, werden die Entwässerungsgräben nur einseitig oder auch abschnittsweise gepflegt. Im Fokus dieser Maßnahmen steht der Weißstorch, welcher in den Feuchtwiesen mit zahlreichen Blänken und Kleingewässern reichlich Beute in Form von Amphibien vorfinden kann.

Um die Pflanzenvielfalt auf den Polderflächen zu erhalten, werden diese erst nach dem 15.06. zur Heumahd genutzt. Somit wird den seltenen Kräuterarten wie etwa der Grasnelke, Wiesenküchenschelle oder der Heidenelke die Möglichkeit zur Ausbildung von Samen gegeben. In den Stromtalwiesen kann der seltene Biotoptyp der Brenndoldenwiesen gefunden werden, welche auch auf eine extensive Nutzung in Form von Heumahd oder Beweidung angewiesen sind. Die Beweidung dieser Flächen wird durch Mutterschafe bewerkstelligt, welche auf den Flächen gehütet werden.

Über den Betrieb

Die Schäferei Klaus Seebürger ist in der Elbtalaue gelegen. Hier bewirtschaftet der Betrieb hauptsächlich Polder- und Außendeichflächen. Mit den Schafen wird jedoch auch Landschaftspflege auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Schwerin betrieben und etliche Kilometer an Deich gepflegt.
Die durchschnittlichen Jahresniederschläge betragen 651 mm. Die Böden bestehen aus mittleren Ackerzahlen von 44 Bodenpunkten. Die Grünlandzahl beträgt im Mittel 44. Die eher trockenen Polderflächen sind aufgrund jahrelanger Aushagerung wenig produktiv, die Außendeichflächen dagegen sind teilweiser ertragreicher.
Klaus Seebürger begann seine Karriere als Schäfer 1982 mit 150 ha Fläche in Niedersachsen. Mit der politischen Wende nutzte er die Gelegenheit und erweiterte 1992 seinen Betrieb auf 600 ha. Seit dem hat er den Betrieb stetig vergrößert, indem er weitere Flächen mit Naturschutzauflagen oder schwierigen Bewirtschaftungsverhältnissen hinzupachtete oder diese erwarb. Als Schäferei stand selbstverständlich die Landschaftspflege meistens im Vordergrund. Aufgrund der schwierigen Marktlage im Schafbereich, ist der Betrieb nun bestrebt seine Mutterkuhhaltung auszubauen.

Kontakt

Zur Schäferei 1 / 19273 Preten