Constantin Zinnow

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Lage

Der Betrieb liegt in der Ortschaft Leest etwa fünf Kilometer von der Landeshauptstadt Potsdam entfernt. Die Betriebsflächen erstrecken sich östlich und westlich des Schlänitzsees sowie der Wublitz zwischen Havel und Sacrow-Paretzer-Kanal.

Betriebsspiegel

183 ha, 118 ha Grünland und 58 ha Ackerland, 6,2 ha Streuobstanbau

Rinderhaltung, Pferdehaltung, Marktfruchtbau

40 Rinder, 15 Pferde

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Der Landwirtschaftsbetrieb von Ulfried Zinnow erbringt folgende Naturschutzleistungen:
Bestimmte Maßnahmen werden auf allen Grünlandflächen durchgeführt. Darüber hinaus werden spezielle Artenschutzmaßnahmen auf Teilflächen und an der Hofstelle umgesetzt.

  • Nicht Striegeln im Nachauflauf
  • Geringe Kulturdichte
  • Etablierung + Vermehrung besonders gefährdeter Ackerwildkräuter
  • Kleegras Basis
  • 8 Wochen Ruhephase während der Brutzeit (April bis E Juli) im Kleegras
  • Geringer Anteil von Mais
  • Vielfältige Fruchtfolge I
  • Anbau von Körnerfruchtgemengen (individuelle Leistung)
  • Etablierung von Ackerbrachen und Stehenlassen von Getreide zur Verbesserung des Futterangebotes für Wildtiere
  • Grünland Basis
  • Walzen / Schleppen nicht 15.3. bis 31.7.
  • Verzicht auf Walzen und Schleppen
  • Keine Düngung
  • Ruhezeit 8 Wochen im Zeitraum April bis A Juni (ohne Bearbeitung + Nutzung)
  • Ruhezeit 10 Wochen April bis A Juni
  • Spätnutzung ab 15.7.
  • Stehenlassen von Teilflächen
  • Überjährige Streifen
  • Verzicht auf Mähaufbereiter
  • Säume an Grabenrändern
  • Blänken im Grünland
  • Säume auf mageren Standorten
  • Bewirtschaftung einer ehemaligen Obstplantage (mit Hochstämmen, individuelle Leistung)
  • Streuobst, Obstbaumreihen
  • Kopfweiden
  • Nisthilfen für Großvögel u. Quartierhilfen für Fledermäuse
  • Nisthilfen für Kleinvögel und Insekten
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen
  • Neuanlage eines Trockenmagerrasen (individuelle Leistung)
  • Neuanlage Streuobstbaumreihe zweireihig zur Schlaguntergliederung mit artenreicher Grünlandvegetation (individuelle Leistung)
  • Vorkommen von stark gefährdeten Ackerwildkrautarten
  • Hohe Artenvielfalt von Ackerwildkräutern
  • Früher Mahdtermin Anfang Juni zur Schonung des Lungen-Enzians (individuelle Leistung)

Besonderheiten in Bezug auf Arten- und Naturschutz

Der Schlänitzsee und die Wublitz sind anerkannte Vogelschutzgebiete (SPA) und gehören zudem zum Netz der Natura 2000 Gebiete der EU. Auch das Naturschutzgebiet Wolfsbruch, in welchem vom Landwirtschaftsbetrieb Zinnow Flächen bewirtschaftet werden, ist Teil dieses Vogelschutz- und Natura 2000-Gebietes.
Das Gebiet und die Betriebsflächen von Herrn Zinnow beherbergen eine große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Bei der letzten floristischen Bestandsaufnahme im Jahr 2012 wurden über 380 verschiedene Pflanzenarten auf den Schlägen und in den von Herrn Zinnow teilweise neu angelegten Randstrukturen wie Säume und Feldraine, gefunden. Neben vielen allgemein bekannten Arten des Acker- und Grünlandes wurden auch einige heute als selten und als geschützt eingestufte Arten gefunden. Das Ziel von Herrn Zinnow ist es, mit seiner Landwirtschaft diesen Artenreichtum zu erhalten und weiter zu fördern. So wurden in der Vergangenheit einige neue Biotope und Strukturelemente wie bspw. Feldsäume und Obstbaumbestände mit alten Sorten angelegt. Um für wildlebende Tierarten insbesondere für Feldvögel ein besseres Nahrungsangebot in den Wintermonaten bereitzustellen, werden auf sehr ertragsschwachen Standorten bei der Getreideernte Restbestände an Getreide stehen gelassen und Buntbrachen angelegt. Auch setzt der Betrieb gezielte Maßnahmen zur Verbreitung und Wiederansiedlung seltener Pflanzenarten wie der Kornrade und dem Lungenenzian auf dem Grünland und dem Acker um.

Durch eine naturschutzgerechte Grünlandbewirtschaftung finden Brutvogelarten wie Bekassine, Großer Brachvogel aber auch Wiesenpieper und Braunkehlchen noch gute Lebensraumbedingungen auf den Grünlandflächen vor. Neben späten Mahdterminen in Kombination mit einer extensiven Beweidung ist die Anlage von Schonflächen die temporär nicht genutzt werden, ein zentrales Element der an den Bedürfnissen der Arten ausgerichteten Grünlandbewirtschaftung.
Neben der Umsetzung von bewährten Naturschutzmaßnahmen ist es das Ziel von Herrn Zinnow, neue Maßnahmen die auch den Mut zum Ausprobieren verlangen, auf seinen Betriebsflächen umzusetzen. Hierzu gehört bspw. die Neuansaat eines Trockenmagerrasens im so genannten Heumulchsaatverfahren, bei welchem samenreiches Heu von einer artenreichen Spenderfläche geerntet und als Saatgutmaterial ausgebracht wird.
Die Zertifizierung des Betriebes für den Naturschutzstandard „Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ sieht Herr Zinnow als willkommene Gelegenheit, die Naturschutzleistungen des Ökologischen Landbaus und seines Betriebes für den Verbraucher deutlich und sichtbar zu machen.

Über den Betrieb

Aktuell werden insgesamt etwa 183 ha Grünland- und Ackerflächen bewirtschaftet. Der gesamte Landschaftsraum in welchem die Betriebsflächen liegen, ist durch kleinräumig wechselnde Standortverhältnisse gekennzeichnet. Je nach Lage zu den vorkommenden Gewässern und Niederungen liegen die Flächen auf unterschiedlichen Standorten mit 18 – 40 Bodenpunkten. Abgesehen von den Niedermoorstandorten sind vor allem lehmige Sandböden vorherrschend. In den als Grünland bewirtschafteten Niederungen finden sich Niedermoor- oder Anmoorböden.
Der Betrieb wird seit 1994 als biologisch wirtschaftender Hof im Verband Biopark geführt. Neben der Mutterkuhhaltung bildet die Pferdezucht einen weiteren Betriebsschwerpunkt. Ergänzend zu der betriebseigenen Futtererzeugung werden auf den Ackerflächen verschiedene Getreidearten als Marktfrüchte angebaut. Die Betriebsfläche gliedert sich derzeit in 122 ha Grünland, 58 ha Acker. Von den Grünlandflächen werden derzeit etwa 20 ha ehemalige Kirschobst-Plantagen mit einem Altbestand an Mittel- und Hochstammbäumen als Weideflächen genutzt und gepflegt. Darüber hinaus verfügt der Betrieb über etwa 5 ha Waldfläche.
In der Fruchtfolge stehen neben zweijährigem Klee- und Luzernegras, Roggen, Weizen, Gerste und Hafer. Zudem werden Wintererbsen und Winterweizen in Mischfrucht angebaut. Auf dem Grünland werden insgesamt 40 Mutterkühe plus Nachzucht gehalten. Es handelt sich um Kreuzungstiere der Rassen Gelbvieh mit Black-Angus. Darüber hinaus wird eine kleine Pferdezucht betrieben, die derzeit etwa 15 Tiere umfasst.
Neben einer betriebseigenen Futterversorgung wird auch auf den Zukauf von Dünger weitgehend verzichtet. Der anfallende Stallmist wird ausschließlich auf den Ackerflächen ausgebracht. Um Kosten zu sparen und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit zu fördern, erfolgt die Bodenbearbeitung pfluglos bzw. nicht wendend. Die Grünlandbewirtschaftung erfolgt mit einem durchschnittlichen Viehbesatz von 0,5 – 1 GVE/ha extensiv. Düngemaßnahmen werden in weiten Teilen nicht durchgeführt.

Kontakt

Herr Ulfried Zinnow / Eichenholzweg 12b / 14452 Werder OT Leest (Havel)