Weidewirtschaft Liepe

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Betriebsspiegel

Gesamtfläche 770 ha, davon 107 ha Ackerland und 660 ha Grünland

Rinderhaltung

ca. 1120 Rinder

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb von Herrn Manzke kommen folgende Naturschutzleistungen zur Anwendung:

Die einzelnen Maßnahmen umfassen Teilflächen auf dem Betrieb.

  • Hochschnitt im Kleegras
  • Extensive Weide im trockenen Grünland
  • Walzen / Schleppen nicht 10.4. bis 31.7.
  • Walzen / Schleppen nicht 15.3. bis 31.7.
  • Keine Düngung
  • Ruhezeit 8 Wochen im Zeitraum April bis A Juni
  • Stehenlassen von Teilflächen
  • Teilflächen ohne Nutzung bis 15.7.
  • Überjährige Streifen
  • Lesesteinhaufen + Steinwälle
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen
  • Feldgehölze und Baumhecken
  • Hecken + Gebüsche
  • Altbäume, alte Totbäume
  • Säume an Grabenrändern
  • Pflege von Trockenrasen
  • Artenreiches Grünland
  • Feuchtgrünland und Seggenriede

Besonderheiten in Bezug auf Arten- und Naturschutz

Die extensive Grünlandnutzung hat eine hohe Artenvielfalt auf den Betriebsflächen erhalten. Im Niederoderbruch dominiert wechselfeuchtes Grünland, teilweise sind artenreiche Seggenwiesen ausgebildet. Typische Tierarten sind Großer Feuerfalter (Lycaena dispar), Sumpfschrecke (Stethophyma grossum), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Wiesenpieper (Anthus pratensis) sowie in Gehölznähe der Neuntöter (Lanius collurio). Selten tritt auch der gefährdete Wachtelkönig (Crex crex) im Feuchtgrünland auf. Die beweideten Hänge oberhalb von Liepe sind häufig von Schlehengebüsch durchsetzt, so dass eine sehr strukturreiche Landschaft vorhanden ist. Auf den beweideten Offenflächen ist Frischgrünland und Magergrünland mit kleinräumigen Übergängen zu Trockenrasen ausgebildet. Dies ist der Lebensraum zahlreicher gefährdeter Tagfalter und Heuschrecken wie Silbergrüner Bläuling (Polyommatus coridon) oder Italienische Schönschrecke (Calliptamus italicus).
Wichtige Maßnahmen zur Förderung und Stabilisierung der Populationen gefährdeter Arten sind:
• Erhalt der Offenflächen auf den Trockenhängen durch extensive Beweidung und Zurückdrängen der Schlehen durch mechanische Maßnahmen.

• Im Grünland werden ca. 300 ha überhaupt nicht gedüngt.
• Störungsfreie Zeiträume in der Brutzeit für Wiesenvögel auf ausgewählten Flächen im Niederoderbruch. Je nach Zielart und Fläche werden verschiedene Maßnahmen durchgeführt: 7-8 Wochen Ruhezeit von April bis Anfang Juni für den Wiesenpieper , Belassen von ungemähten Grabenrändern und Schonstreifen bis Mitte Juli für das Braunkehlchen sowie spät gemähte Teilflächen auf Feuchtwiesen für den Wachtelkönig.
• Sicherung von Lebensräumen für den Großen Feuerfalter: Ausgewählte Grabenabschnitte mit Vorkommen der Raupenfraßpflanze (Flußampfer) werden nur einseitig oder abschnittsweise gemäht. Der Große Feuerfalter gehört zu den europaweit geschützten Tierarten (FFH-Art Anhang II und IV) und ist eine typische Falterart der Flußauen.
• Auf den Kleegrasfeldern werden optimierte Mahdverfahren (Streifen mit Hochschnitt) zur Erhöhung des Bruterfolgs von Feldvögeln (insbesondere Feldlerche) erprobt.

Über den Betrieb

Der Betrieb liegt nordöstlich von Berlin, unweit des bekannten Schiffshebewerkes Niederfinow im Landkreis Barnim (Brandenburg) im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.
Der größte Teil des Grünlandes liegt im nördlichen Niederoderbruch im gleichnamigen FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) Niederoderbruch. Diese Flächen gehören somit zur europäischen Kulisse der NATURA2000-Gebiete. Der nördliche Niederoderbruch gehört zur Niederungslandschaft der Oder, die von Altwässern (Alte Finow, Alte Oder) und zahlreichen Gräben durchzogen wird. Mit 537 mm mittlerem jährlichen Niederschlag weist der Niederoderbruch ein deutlich kontinental geprägtes Klima auf und gehört zu den niederschlagsärmsten Gebieten des Biosphärenreservats.
Kontrastierend zur weiten Niederung liegen nördlich von Liepe die trockenen Hänge der Pommerschen Endmoräne, entstanden als Eisrandlage während der Weichseleiszeit. Die stark gegliederten und von Gebüschen und anderen Gehölzen durchzogenen Hänge sind überwiegend nährstoffarm und werden extensiv beweidet. Im Nordosten liegen auf einer Hochebene außerdem fruchtbare Ackerböden.
Der Betrieb wirtschaftet seit 1991 ökologisch und ist Mitglied im Anbauverband Biopark. Er bewirtschaftet ungefähr 660 ha Grünland und rund 100 ha Ackerland. Die rund 500 Mutterkühe und über 600 Jungrinder weiden auf den Grünlandflächen und haben auch im Winter Auslauf nach draußen bzw. stehen auf den trockenen Winterweiden. Dann erfolgt eine Zufütterung mit Silage und Heu, das auf den Mähwiesen und vom "Ackerfutter" (Kleegras und Luzernegras) gewonnen wird. Das Ackerland wird nur alle fünf Jahre umgebrochen, eine Düngung erfolgt dort nur einmal pro Fruchtfolge mit dem Mist von Winterweiden.

Kontakt

Herr K.-H. Manzke / Karl-Liebknecht-Straße 36c / 16248 Liepe