Agrar- und Handels GmbH Wokuhl

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Über den Betrieb

Der Betrieb bewirtschaftet insgesamt über 800ha. Ungefähr die Hälfte davon ist Grünland auf Niedermoorstandorten. Die ungefähr 200 Mutterkühe weiden mit den Jungrindern und Kälbern sowohl im Grünland als auch auf den Kleegras-Flächen. Die erwachsenen Tiere sind ganzjährig auf der Weide, die Jungrinder im Winter im Stall mit Auslauf. Das Futter für die Tiere wird bis auf den Zukauf von Mineralstoffen vollständig auf dem Betrieb erzeugt, vor allem Grünfutter (Klee- und Grassilage) sowie Getreideschrot.

Gesamtfläche 838 ha, davon 403 ha Ackerland und 435 ha Grünland

Rinderhaltung und Ackerbau

Ungefähr 200 Mutterkühe und über 200 Jungrinder und Kälber

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb kommen folgende Naturschutzleistungen zur Anwendung:
Die einzelnen Maßnahmen umfassen Teilflächen auf dem Betrieb.

  • Ackerland:
  • Verzicht auf Striegeln / Hacken
  • Überwinternde Stoppelbrache
  • Ertragsschwache Äcker (standortbedingte Lichtäcker)
  • Anbau von mehrjährigem Luzerne-Kleegras und Ackergras
  • 8 Wochen Ruhezeit während der Brutzeit im Kleegras und Ackergras
  • 10 Wochen Ruhezeit während der Brutzeit im Ackergras
  • Bei der Mahd Teilflächen Stehenlassen, v.a. im 2. Schnitt im blütenreichen Ackergras
  • Anbau von mind. vier Fruchtarten
  • Kleinteilige Schlagstruktur mit Feldern <10ha und < 5ha
  • Grünland:
  • Maximal 2x Mahd (+ Vor- oder Nachweide) oder extensive Weidenutzung mit 0,2 bis 1,4 GVE (flächenbezogen)
  • Verzicht auf stickstoffhaltige Düngung
  • Verzicht auf Walzen/Schleppen (jahrweise)
  • Mind. 8 Wochen Ruhezeit in der Brutzeit im Grünland
  • Mind. 10 Wochen Ruhezeit in der Brutzeit im Grünland
  • 1. Nutzung ab Mitte Juli
  • Stehenlassen von Teilflächen im Grünland bei einer Nutzung
  • Verzicht auf Mähaufbereiter
  • Pflege (Mahd oder Beweidung) kleinflächiger Biotope
  • Landschaftselemente:
  • Landschaftselemente: Insgesamt ungefähr 6ha
  • Strukturreiche Hecken und Gebüsche
  • Alte Kopfweiden
  • Offenlandbiotope
  • Säume an Feldrändern, mind. 1m breit
  • Amphibienstreifen im Acker
  • Permanente oder periodisch wasserführende Kleingewässer und Feuchtbiotope
  • Strukturreiche Kleingewässer
  • Säume von Grabenrändern
  • Periodische Vernässungen im Grünland ("Blänken")
  • Periodische Vernässungen im Acker
  • Habitate in Gebäuden für Schwalben, Schleiereulen usw.

Landwirtschaft und Artenvielfalt

Wesentlich für die insgesamt sehr hohe Artenvielfalt auf dem Betrieb ist, dass große Teile der Flächen nicht gedüngt werden. Dies betrifft nicht nur das gesamte Grünland, sondern auch Teile der sandigen Ackerflächen, auf denen mehrjährige Grasmischungen angesät werden. Dort können sich in den lückigen Beständen auch viele Wildpflanzen ansiedeln, z.B. Arten der Magerrasen wie Berg-Sandglöckchen (Jasione montana), Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) und Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium). Auf den sandigen Ackergrasflächen findet meist nur eine einzige Nutzung zur Futtergewinnung statt. Die geringe Nutzungsintensität ist optimal für Insekten sowie für die Heidelerche, die in der Nähe von Waldrändern auf dem Boden brütet und dort auch ihre Nahrung sucht. Insgesamt ist fast die Hälfte vom Ackerland mit blütenreichen Kleegras- oder Ackergras-Mischungen bewachsen.
Aber auch das mit Getreide oder Lupine bestellte Ackerland ist sehr artenreich. Dort wachsen viele speziell an die Ackerbewirtschaftung angepasste Ackerwildkräuter (Segetalflora). Seltene und stark gefährdete Arten sind der Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis) mit mehreren Vorkommen auf lehmigen Standorten und das Kahle Ferkelkraut (Hypochaeris glabra) mit einem zahlreichen Vorkommen auf einem Sandstandort. Verbreitet sind u.a. der Feld-Rittersporn (Consolida regalis) oder der Schlitzblättrige Storchschnabel (Geranium dissectum).

Fast alle Grünlandflächen im Niedermoor werden nach den Richtlinien zur Förderung der extensiven Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen (Agrarumweltprogramm von Mecklenburg-Vorpommern) genutzt. Das bedeutet z.B., dass eine Nutzung erst nach dem 1.Juni stattfindet und dabei Teilflächen (mind. 20% pro Schlag) stehenbleiben. Nicht selten wird auch der gesamte Schlag erst nach dem 1.Juli gemäht. Auf eine Bodenpflege (Schleppen oder Walzen) wird in der Brutzeit (April bis Juli) vollständig verzichtet. Dadurch haben Wiesenvögel wie der Wiesenpieper genügend Zeit für eine erfolgreiche Brut. Einige Grabenränder werden nur einseitig gepflegt - dorthin können sich Heuschrecken und andere Insekten bei der Mahd auf der Fläche zurückziehen - z.B. die Sumpfschrecke (Stethophyma grossum).
Ein besonderes Kleinod ist eine kleine Moorwiese, die zwar kaum Ertrag bringt, aber je nach Wasserstand extensiv gemäht wird, um die seltenen Pflanzenarten zu erhalten. Die nasse Seggenwiese gehört zum seltenen und europaweit geschützten Lebensraumtyp der "kalkreichen Niedermoore" (LRT 7230). Hier wächst das in Mecklenburg-Vorpommern stark gefährdete Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) und weitere seltene Arten wie der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) und Orchideen.

Kontakt

Agrar- und Handels GmbH Wokuhl - Fam. Dörband / 17237 Wokuhl-Dabelow OT Grammertin