Annegret Gernecke

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Lage

Der Großteil der Betriebsflächen befindet sich im Landschaftsschutzgebiet Garbe-Alandniederung nahe der Elbe.

Betriebsspiegel

285 ha Grünland

Rinderhaltung

360 Rinder

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb von Frau Gernecke kommen folgende Naturschutzleistungen zur Anwendung:
Die einzelnen Maßnahmen umfassen Teilflächen auf dem Betrieb.

  • Grünland Basis
  • Walzen / Schleppen nicht 15.3. bis 31.7.
  • Keine Düngung
  • Heunutzung ab 15.6.
  • Spätnutzung ab 15.7.
  • Hochschnitt Großflächig 12cm
  • Messerbalkenmähwerk
  • Alleen und Baumreihen
  • Altbäume, alte Totbäume
  • Amphibiengewässer, Kleingewässer
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen

Besonderheiten in Bezug auf Arten und Naturschutz

Der Großteil der Betriebsflächen befindet sich im Landschaftsschutzgebiet Garbe-Alandniederung nahe der Elbe. Zum einen handelt es sich dabei um Heumahdflächen, aber auch um sehr extensiv geführte Weideflächen direkt an der Elbe gelegen.
Die Weideflächen sind gekennzeichnet durch einen immensen Bestand an Altbäumen. Bei diesen Flächen handelt es sich um eines der letzten größeren Vorkommen von naturnahen Hartholzauenwäldern, das vor allem durch Eichen, Ulmen und Eschen gekennzeichnet ist. Da es sich hier um Flächen mit einer extrem schlechten Zugänglichkeit handelt (Ruhe), brüten hier eine Reihe von seltenen Vögeln, wie etwa dem Brachvogel, der Uferschnepfe und dem Kiebitz. Aber auch der Weißstorch kann hier seine Jungen großziehen und horstet in den imposanten Altbäumen.

Eine absolute Besonderheit stellen die Heumahdflächen des Betriebes dar. Auf diesen werden mehrere aufwendige Naturschutzmaßnahmen umgesetzt. Es handelt sich bei diesen Wiesen um sogenannte Brenndolden-Auenwiesen, einem Biotoptyp, welcher nur noch sehr selten in Deutschland anzutreffen ist. Um den die Pflanzengesellschaft dieser Wiesen zu erhalten erfolgt die Mahd erst nach dem 15.07. des Jahres. Somit ist sichergestellt, dass die seltenen Kräuter zur Blüte kommen können und somit ihr Bestehen gesichert werden kann. Des Weiteren herrscht ein striktes Düngeverbot, so dass der Ertrag relativ gering ist.
Jedoch ist nicht nur der sehr späte Termin der Heumahd außergewöhnlich, hinzukommt, dass die Flächen mit einer eigens dafür angeschafften Spezialtechnik gemäht werden. Diese besteht aus einem Messerbalkenmähwerk, bei dem mittels einer Kufe die Schnitthöhe eingestellt werden kann. Bei diesem Hochschnittverfahren, kommen bei der Mahd deutlich weniger Amphibien zu schaden als etwa bei einer Mahd mit einem sonst üblichen Trommelmähwerk. Dies ist wiederum sehr förderlich für den Weißstorch, der auf den Auenwiesen somit einen reich gedeckten Tisch vorfindet und seine Jungen ernähren kann.

Über den Betrieb

Der Betrieb von Frau Annegret Gernecke befindet sich in der im Landschaftsschutzgebiet Garbe-Alandniederung. Durch die Anschaffung der Spezialtechnik zur amphibienschonenden Mahd der Heuflächen, kann der Betrieb den hohen Anforderungen der Naturschutzbehörden gerecht werden und somit Flächen sichern.
Weiterhin werden durch den Betrieb Flächen die Flächen der Auenwälder direkt an der Elbe bewirtschaftet. Dies ist nur mit einer Beweidung zu bewerkstelligen, da die Flächen mit Bäumen, Hügeln und Steinen versehrt sind und die Zuwegung sehr schlecht, bis nicht vorhanden ist.
Zur Zeit mästet der Betrieb die Absetzer seiner Mutterkuhherde im Stall mit Auslauf und eigenem Futter (Zukauf von Getreide und Kleegrassilage aus dem BioBetrieb Friedrich-Wilhelm Gernecke). In Zukunft ist der Betrieb bestrebt, seine Herdengröße ein wenig zu erweitern, da die Beweidung an der Elbe fast zu extensiv ist und somit die Offenhaltung der Auen gefährdet sein könnte. Jedoch ist die Herdengrößen zur Zeit noch gut an die arbeitswirtschaftlichen Kapazitäten der Betriebes angepasst.
Durch die Anpassung an die Verwertung von Flächen mit sehr speziellen Anforderungen hat der Betrieb sich Nischen für die Etablierung eines gesunden ökologisch wirtschaftenden Betriebes erschlossen. Um jedoch auch in Zukunft so wirtschaften zu können, müssen die ökonomischen Rahmenbedingungen stimmen, was einerseits die Förderung von Naturschutzmaßnahmen betrifft, aber auch die Preisgestaltung bei der Vermarktung der erzeugten hochwertigen Produkte.