Gut Dalwitz, Herr Dr. Graf v. Bassewitz

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Betriebsspiegel

Gesamtfläche 950 ha, davon 600 ha Ackerland (davon 150 in Umstellung) und 350 ha Grünland; 700 ha Wald

Ökologischer Ackerbau, Rinderhaltung, Pferdehaltung

300 Rinder, 100 Schafe, 100 Pferde

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Eine Fokusart in Bezug auf Maßnahmen im Grünland ist das Braunkehlchen. Es werden in jedem Frühjahr mehrere Teilflächen ausgezäunt bzw. bei der ersten Mahd stehengelassen, damit die Vögel optimale Lebensbedingungen vorfinden und ihre Brut ohne Störung beenden können. Der Brutverlauf der Braunkehlchen wurde 2013 im Rahmen einer Diplomarbeit an der Universität Greifswald dokumentiert. Im ungedüngten Feuchtgrünland kommt auch der Wiesenpieper vor, der in Folge der späten Nutzungstermine auf den Feuchtwiesen seine Brut erfolgreich beenden kann.

  • Späte Stoppelbearbeitung im Spätsommer
  • Ackerwildkraut-Schutzfläche
  • Anbau von Kleegras
  • 8 Wochen Ruhephase während der Brutzeit im Kleegras
  • 25 % Kleegras in der Fruchtfolge
  • Vielfältige Fruchtfolge
  • Extensive Weide oder Mähweide
  • Walzen / Schleppen nicht 10.4. bis 31.7.
  • Keine Düngung
  • Pflanzung und Pflege von Alleen
  • Renaturierung und Bepflanzung von Söllen
  • Heunutzung ab 15.6.
  • Stehenlassen von ca. 10% des Aufwuchses bei jeder Nutzung
  • Hecken und Gebüsche: Neuanpflanzungen und Pflege des Bestandes
  • Neuanpflanzung von Feldgehölzen und Büschen
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen

Besonderheiten in Bezug auf Arten und Naturschutz

Eine Besonderheit auf dem Betrieb ist der vom Aussterben bedrohte Schreiadler (drei Paare), der europaweit geschützt und gefährdet ist und regelmäßig auf den Betriebsflächen nach Nahrung sucht. Die extensiv genutzten Grünlandflächen, lichte Getreideäcker und die Kleegrasflächen sind ein ideales Jagdhabitat mit reichem Nahrungsangebot für diese Art.
Weitere bemerkenswerte Arten sind der Neuntöter, der in Hecken brütet, und mehrere Gewässer mit Vorkommen von Rotbauchunken, eine europaweit geschützte Amphibienart.
Außerdem finden sich auf dem Betrieb ein Seeadlerpaar, mehrere Kranichbrutpaare, Mauereidechse, Moorfrosch und Feuersalamander.

Über den Betrieb

Das Gut Dalwitz am Rand der Mecklenburger Schweiz ist seit 1349 im Besitz der Familie von Bassewitz. Es liegt im „Mecklenburger Parkland“ (www.plmv.de), einer sehr abwechslungsreichen, naturnahen Landschaft, die von Endmoränen und Urstromtälern, Söllen und Seen geprägt ist. Die durchschnittlichen Jahresniederschläge betragen 600 mm. Die Böden bestehen aus Sand und sandigen Lehmen mit mittleren Ackerzahlen von 35-50. Weite Flächen des Betriebes können als Grenzertragsstandorte bezeichnet werden, einige Flächen weisen gute Bodengüten mit Ackerzahlen bis zu 50 auf.
Nach der Wende, 1992, pachtete Dr. Heino Graf von Bassewitz das großelterliche Gut und stellte es auf ökologischen Landbau um. Der Betrieb ist dem Erzeugerverband Biopark angeschlossen. Dominierender Betriebszweig ist der ökologische Ackerbau. Zur extensiven Nutzung des Grünlandes betreibt der Betrieb mit einer roten Angusherde Mutterkuhhaltung mit anschließender Ochsen- und Färsenmast und züchtet südamerikanische Criollo-Pferde. Teilweise stehen sie gemeinsam auf den Koppeln. Rinder (300), Pferde (100) und Schafe (100) werden in ganzjähriger Freilandhaltung gehalten. Teilweise stehen diese zusammen auf der Weide. Auf 25% der Fläche wird Kleegras und Lupinen angebaut. Die verbleibenden 75% der Ackerfläche werden zur Hälfte mit den Winterkulturen Winterweizen, Dinkel, Triticale und Gerste und zur anderen Hälfte mit Sommerkulturen (Hafer, Sonnenblumen, Kartoffeln, Sommergerste und Sommerweizen) genutzt. Vor den Sommerkulturen werden einige, leichtere Acker-Standorte als Winterweide genutzt. Die Vielgestaltigkeit der Fruchtfolge erhält die Bodenfruchtbarkeit und sichert die Futtergrundlage für die Tiere. Der Aufwuchs vom Kleegras wird für die betriebseigene Biogasanlage genutzt. Sie besteht seit 2007. Neben elektrischem Strom aus betriebseigenen Reststoffen (Mist und Gras) produziert sie Wärme für Hof und Ferienwohnungen und Dünger aus der Kreislaufwirtschaft für die Felder. Alle Dächer des Hofes produzieren Strom mit Photovoltaikanlagen.
Die Vision des Betriebes ist es an einem marktfernen Standort nachhaltig Landwirtschaft zu betreiben, dabei Energie- und Nährstoffkreisläufe zu schließen, die Natur zu bewahren und zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen. Neben der landwirtschaftlichen Produktion gibt es auf dem Betrieb einen Ferienbetrieb, das FerienGut Dalwitz mit 120 Betten in Ferienwohnungen, einem Hofrestaurant und einem Reiterhof.

Kontakt

Gutsverwaltung Dalwitz / OT Dalwitz 43 / 17179 Walkendorf
Webseite: www.gutdalwitz.de