Gut Barz GmbH & Co KG

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Betriebsspiegel

Gesamtfläche 1040 ha, davon 640 ha Ackerland und 400 ha Grünland

Rinderhaltung, Marktfruchtbetrieb

200 Rinder

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Auf dem Betrieb Gut Barz kommen folgende Naturschutzleistungen zur Anwendung:
Die einzelnen Maßnahmen umfassen Teilflächen auf dem Betrieb.

  • Nicht Striegeln auf Teilflächen, Striegelfenster
  • Späte Stoppel-bearbeitung im Spätsommer
  • Drilllücken
  • Ackerwildkraut-Schutzfläche
  • Kleegras Basis
  • 8 Wochen Ruhephase während der Brutzeit im Kleegras
  • Ungemähte Streifen an Gehölzrändern (Kleegras)
  • Buntbrachen und Blühstreifen
  • Ein bis mehrjährige Ackerstilllegungen
  • Vielfältige Fruchtfolge
  • Heunutzung ab 15.6.
  • GL Basis
  • Walzen / Schleppen nicht 15.3. bis 31.7.
  • Keine Düngung
  • Spätnutzung ab 15.7.
  • Überjährig ungenutzte Streifen
  • Ungemähte Streifen (Teilflächen mit Spätnutzung)
  • Mosaiknutzung im Grünland
  • Kein Knickaufbereiter
  • Hecken + Gebüsche
  • Feldgehölze und Baumhecken
  • Altbäume, alte Totbäume
  • Kopfweiden, Kopfweidenpflege
  • Amphibiengewässer, Kleingewässer
  • Amphibienstreifen in KG + Grünland
  • Amphibienstreifen im Acker
  • Säume entlang von Gehölzen und Schlagrändern
  • Ungenutzte Offenflächen
  • Lesesteinhaufen + Steinwälle
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen
  • Vorkommen von FFH-Arten und seltenen Tierarten
  • Vorkommen von stark gefährdeten Ackerwildkrautarten
  • Artenreiches Grünland
  • Nestschutz bei Wiesenbrütern

Besonderheiten in Bezug auf Arten und Naturschutz

Gut Barz ist geprägt von einer besonders reichhaltigen Landschaftsstruktur. Die hügeligen Weideflächen der Rinderherde sind von zahlreichen Hecken und alten Bäumen umgeben und durchsetzt – optimale Brutbiotope für den Neuntöter. Das Grünland wird im Frühjahr immer nur parzellenweise genutzt. Dies ist wichtig für den in der Nähe brütenden Schreiadler und andere Greifvögel, die auf diese Weise während der gesamten Brutzeit Flächen vorfinden, die sie für die Nahrungssuche nutzen können. Der Schreiadler ist in Deutschland vom Aussterben bedroht! Die Jungvögel auf Gut Barz waren in den letzten Jahren immer in sehr guter Verfassung – ein Zeichen für die gute Nahrungsbasis. Der Schreiadler jagt auch gerne in der Nähe von Gewässern zu Fuß nach Amphibien. Auf Gut Barz sind zahlreiche Kleingewässer vorhanden, in denen mehrere Arten von Fröschen und Kröten laichen. Im späten Frühjahr gehen die Jungtiere an Land und halten sich in der Umgebung der Gewässer auf. Dieser sogenannte Sommerlebensraum wird in der für die Amphibien wichtigen Zeit entweder gar nicht oder mit Hochschnitt gemäht. Eine bedeutende Art auf dem Betrieb ist die Rotbauchunke, sie gehört zu den europaweit geschützten Tierarten (FFH-Richtlinie Anhang II). Wichtig für die Amphibien ist auch die Gewässerpflege: am liebsten haben die Unken besonnte Flachwasserbereiche, die sich schnell erwärmen.

Deshalb werden an der Südseite der Gewässer die Gehölze entfernt oder niedrig gehalten, z.B. durch das Schneiden von Kopfbäumen. Der Gehölzschnitt kann für die betriebseigene Hackschnitzelanlage verwendet werden und leistet so nebenbei auch einen Beitrag zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz. Auf den Ackerflächen des Betriebes kommen mehrere stark gefährdete Ackerwildkräuter vor, z.B. die Acker-Lichtnelke, die Kleine Wolfsmilch und der Glänzende Ehrenpreis. Für diese Arten wird kleinräumig an den entsprechenden Standorten auf den Einsatz der mechanischen Beikrautregulierung (sog. Striegeln) verzichtet und das Umbrechen der Stoppel nach der Ernte (Stoppelsturz) erst spät im Jahr durchgeführt, damit die Arten auf dem Stoppelacker noch blühen und fruchten können.
Bemerkenswert ist auch die hohe Hasendichte: 2014 wurden bei standardisierten Transektzählungen 17 Feldhasen/100ha erfasst - ein Spitzenwert in Mecklenburg-Vorpommern. Die Feldhasen profitieren von vielen der obengenannten Maßnahmen. Insbesondere der Anbau von Kleegras, der kleinräumige Wechsel zwischen verschiedenen Anbaukulturen und Nutzungszeiten, die eingestreuten Brachflächen und die vielen Feldgehölze wirken sich positiv aus.