Otto Retzbach

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Über den Betrieb

Der Betrieb von Otto Retzbach liegt auf der Schwäbischen Alb. Es werden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Artenvielfalt umgesetzt. Viele Wiesen und Weiden sind sehr artenreich, da diese nur mäßig gedüngt werden. Der Betrieb wurde 1979 auf ökologischen Landbau umgestellt und ist Mitglied bei Bioland.

Auf rund 20% der Ackerflächen wird Luzerne- oder Klee-Grasgemenge (LKG) angebaut. Flächen mit LKG, die nicht zu häufig gemäht werden, sind ein sehr gutes Nahrungs- und Bruthabitat für Insekten, Feldvögel, Greifvögel und Feldhasen. Sie liefern außerdem wertvolles Futter für die Nutztiere und bringen Stickstoff in den Betriebskreislauf. Auf diesen Flächen wird eine Nutzungsruhe von mindestens acht Wochen eingehalten, sodass bodenbrütende Vögel ihre Bruten erfolgreich aufziehen können.

Auf dem Betrieb werden viele verschiedene Kulturen angebaut, darunter die seltenen Sorten „Oberkulmer Rotkorn“ und „Danko“. Der Anbau mehrerer Fruchtarten mit unterschiedlichen Aussaat- und Erntezeiten sowie Wachstumsverläufen fördert eine hohe gesamtbetriebliche Artenvielfalt. Die kleinen Anbauflächen des Betriebes erzeugen viele Grenzlinien, die spezielle Lebensräume für viele Arten bieten. Feldvögel, Feldhasen und andere Tiere finden Ausweichräume bei landwirtschaftlicher Bearbeitung.

Einige artenreiche Grünlandflächen werden extensiv genutzt und es bleiben Ruhephasen in der Brutzeit von mindestens 8 Wochen. Von der extensiven Grünlandnutzung profitieren viele Tier- und Pflanzenarten. Wiesenvögeln bieten diese Flächen Lebensraum und Brutgebiet. Feldhasen, Greifvögel und Fledermäuse finden hier ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Wiesenpflanzen haben ausreichend Zeit zur Fruchtbildung und Amphibien nutzen diese Flächen gerne als Sommerlebensraum.

Zudem werden alle Wiesen und Weiden nur mäßig gedüngt. Hohe Düngung ist eine der Hauptursachen für den Rückgang der Artenvielfalt im Grünland. Auf wenig gedüngten Flächen ist der Aufwuchs lichter. Davon profitieren Blütenpflanzen, Insekten und viele andere Arten. Auch durch die Heunutzung können die Samen der Kräuter noch trocknen und ausfallen.
Bei der Mahd wird auf einen Mähaufbereiter verzichtet. Moderne Mähaufbereiter beschleunigen das Anwelken des Mähgutes durch Quetschen. Die mechanische Bearbeitung tötet viele Insekten. Der Verzicht auf diese Aufbereitung erhöht die Überlebensrate der Tiere.

Der Betrieb hat über 100 Obstbäume. Streuobstbestände gehören zu den sehr artenreichen Lebensräumen, vor allem für Insekten und Vögel. Die Blüten werden von Wildbienen, Honigbienen und anderen Insekten besucht. Weitere Landschaftselemente wie Grabensäume, Lesesteinhaufen oder Reisighaufen bieten spezielle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten.

Auch auf der Hofstelle sind die Bedingungen für Brutvögel aufgrund der offenen Ställe und Nisthilfen optimal. Zudem bietet die blütenreiche Hofstelle Nahrung und Lebensraum für Insekten. Durch die Haltung der gefährdeten Nutztierrasse „Limpurger“ wird ein weiterer Beitrag zum Erhalt der Vielfalt geleistet.

Standort

Baden-Württemberg / Deutschland