Feld-Rittersporn

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Der Feld-Rittersporn (Consolida regalis) wächst in lichten Getreidekulturen auf kalk- oder basenhaltigen Ackerböden. Namensgebend ist der auffällig Sporn, der von einem Teil der Blüte gebildet wird. Am Grunde des Sporns wird der Blütennektar abgesondert, so dass nur langrüsselige Insekten, wie bestimmte Hummeln, an ihn gelangen können.

Lebensraum und Ökologie

Im trockenen Klima Nordostdeutschlands besiedelt der Feld-Rittersporn ein breites Spektrum basenreicher Böden. Er wächst dort auf lehmigen, frischen Standorten ebenso wie auf trockenen, kalkhaltigen Kuppen oder auf basenreichen Sandböden.

Wesentlich ist der Zeitpunkt der Bodenbearbeitung: die Art tritt ausschließlich in sogenannten Winterkulturen auf, die im Herbst ausgesät werden. Die Samen keimen ebenso wie die Kulturpflanzen (z.B. Winterroggen, Winterweizen, Winterdinkel) im Herbst und überdauern den Winter als Jungpflanzen.

Der Feld-Rittersporn ist ein typischer und auffälliger „Stoppelblüher“, d.h. er bildet nach der Getreideernte auf dem Stoppelfeld zahlreiche Blüten aus, bis in den Herbst hinein. Die Pflanzen vermehren sich aber auch schon vor der Getreideernte, die Fruchtreife findet standort- und klimaabhängig ab Anfang Juli statt.

Gefährdung

Der Feld-Rittersporn steht in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie auf der gesamtdeutschen Roten Liste in der Kategorie 3 („gefährdet“), in Schleswig-Holstein ist er sogar vom Aussterben bedroht. Ursachen sind die intensive Landwirtschaft mit Herbiziden und hoher Düngung.

Im Ökologischen Landbau ist die Art auf geeigneten Standorten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hingegen noch weit verbreitet.

Vorkommen auf den ökologisch bewirtschafteten Projektbetrieben

Der Feld-Rittersporn kommt auf den meisten Projektbetrieben in den Ackerkulturen vor. Vor allem ist die Art auf Betrieben im Bereich der Grundmoränen mit ausgeprägtem Geländerelief verbreitet. Dort wächst der Feld-Rittersporn gerne auf trockenen Kuppen und an sandig-lehmigen Hängen.

Welche Maßnahmen sind besonders zum Schutz des Feld-Rittersporns geeignet?

Der Feld-Rittersporn profitiert vor allem von Drilllücken auf sandig-lehmigen Standorten, da hier auch im Ökologischen Landbau die Kulturdichten relativ hoch sein können. Sinnvoll ist auch ein kleinräumiger Striegelverzicht an bevorzugten Wuchsorten wie z.B. im Bereich von Ackerkuppen.

Eine lange Stoppelphase nach der Ernte fördert die Art, ist aber nicht zwingend notwendig.

Maßnahmen im Handbuch „Landwirtschaft für Artenvielfalt“:

  • A1.1 Nicht Striegeln
  • A1.2 Nicht Striegeln im Nachauflauf
  • A2.1 Stoppelbearbeitung nach 15.8.
  • A4.1 Drilllücken
  • A4.2 Geringe Kulturdichte
  • A5.1 Schutzacker für Wildkräuter

Texte: F. Gottwald & K. Stein-Bachinger; erstellt im Rahmen des WWF-Projektes „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ 2015