Sand-Mohn

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Der Sand-Mohn (Papaver argemone) ist viel kleinwüchsiger als der bekannte Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) und blüht schon im Mai, also deutlich früher im Jahr. Eindeutig zu erkennen ist die Art an den länglichen Früchten mit Borsten.

Lebensraum und Ökologie

Im Gegensatz zum Klatsch-Mohn, der nährstoffreiche Böden mit guter Wasserversorgung benötigt, gedeiht der Sand-Mohn auf ärmeren Sandböden, die allerdings nicht so nährstoffarm sind wie die Standorte des Lämmersalates (Arnoseris minima). Am häufigsten ist die Art auf schwach lehmigen, schwach sauren bis schwach basenhaltigen Sandböden. Dort bildet sie zusammen mit dem Dreiteiligen Ehrenpreis (Veronica triphyllos), der Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana), dem Frühlings-Hungerblümchen (Erophila verna) und weiteren anspruchslosen Ackerwildkräutern die für Nordostdeutschland typische „Sandmohn-Ackerwildkrautflur“ (Papaveretum argemones).

Die einjährige Sandmohn-Ackerwildkrautflur gedeiht ausschließlich in Winterkulturen mit herbstlicher Bodenbearbeitung. Die Jungpflanzen überwintern und die meisten typischen Arten blühen schon vor der Hauptentwicklungsphase der Kulturpflanzen im zeitigen Frühjahr.

Gefährdung

Die Sandmohn-Ackerwildkrautflur gilt in Deutschland als stark gefährdet, der Sand-Mohn selbst ist bisher ungefährdet. Im Ökologischen Landbau sind die Arten weit verbreitet, auf intensiv konventionell bewirtschafteten Ackerflächen mit Herbizideinsatz sucht man sie jedoch vergeblich.

Vorkommen auf den ökologisch bewirtschafteten Projektbetrieben

Der Sandmohn und die Sandmohn-Ackerwildkrautflur sind auf den Projektbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg häufig und verbreitet. Besonders gut ausgebildete Bestände findet man z.B. an der Müritz auf dem Betrieb Landhöfe Kargow-Waren GmbH.

Welche Maßnahmen sind besonders zur Förderung des Sandmohns geeignet?

Der Sand-Mohn und seine Begleiter finden im Ökolandbau auf mittleren bis armen Böden in der Regel gute Entwicklungsmöglichkeiten. Durch Verzicht oder Reduktion der mechanischen Beikrautregulierung (Striegeln) können die Ackerwildkrautarten gefördert werden. Weitere zusätzliche Maßnahmen sind nur in sehr gutwüchsigen Kulturbeständen nötig.

Maßnahmen im Handbuch „Landwirtschaft für Artenvielfalt“:

  • A1.1 Nicht Striegeln
  • A1.2 Nicht Striegeln im Nachauflauf
  • A4.1 Drilllücken
  • A4.2 Geringe Kulturdichte
  • A5.1 Schutzacker für Wildkräuter

Texte: F. Gottwald & K. Stein-Bachinger; erstellt im Rahmen des WWF-Projektes „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ 2015