Peter-Christian Jantzen

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Lage

Der Hof von Peter-Christian Jantzen liegt etwa 8 Km östlich von der Hansestadt Rostock entfernt.

Betriebsspiegel

184 ha, 124 ha Grünland und 60 ha Ackerland

Marktfruchtanbau, Rinderhaltung

85 Rinder mit Nachzucht

Maßnahmen für die Artenvielfalt

Der Landwirtschaftsbetrieb von Christian-Peter Jantzen erbringt folgende Naturschutzleistungen:
Bestimmte Maßnahmen werden auf allen Grünlandflächen durchgeführt. Darüber hinaus werden spezielle Artenschutzmaßnahmen auf Teilflächen und an der Hofstelle umgesetzt.

  • Nicht Striegeln
  • Kleegras Basis
  • 8 Wochen Ruhephase während der Brutzeit (April bis E Juli) im Kleegras
  • Stoppelbearbeitung nach 15.8. auf Schlägen ohne Kleegras-Untersaaten
  • Stehenlassen von Teilflächen im Kleegras
  • Buntbrachen und Blühstreifen
  • Vielfältige Fruchtfolge I
  • Geringer Anteil Mais
  • Walzen / Schleppen nicht 10.4. bis 31.7.
  • Walzen / Schleppen nicht 15.3. bis 31.7.
  • Keine Düngung
  • Stehenlassen von Teilflächen
  • Überjährige Streifen
  • Mosaiknutzung im Grünland
  • Heunutzung ab 15.6.
  • Individuelle Leistungen
  • Hecken + Gebüsche
  • Grünland Basis
  • Kopfweiden
  • Amphibiengewässer, Kleingewässer
  • Säume auf reicheren Standorten
  • Säume an Grabenrändern
  • Nisthilfen für Großvögel u. Quartierhilfen für Fledermäuse
  • Nisthilfen für Kleinvögel und Insekten.
  • Vogelhabitate in Ställen und Scheunen
  • Artenreiches Grünland mit mind. 4 Kennarten

Besonderheiten in Bezug auf Arten und Naturschutz

Der Hof von Peter-Christian Jantzen liegt etwa 8 Km östlich von der Hansestadt Rostock entfernt. Kennzeichnend für die Umliegende Landschaft sind die Flüsse Warnow und Recknitz mit ihren Zuflüssen. Die Flächen des Hofes liegen etwa in einem Radius von 4 km verteilt. Südlich, in der Nähe der Ortschaft Teschendorf verläuft der Nellergraben mit den unmittelbar angrenzenden feuchten bis nassen Grünlandflächen. Auf den Flächen vollzieht sich ein Wechsel von trocken-mineralisch bis feucht-nassem Niedermoor, mit ebenem bis sehr unebenem Relief. Der Betrieb bewirtschaftet einen Großteil dieser Flächen als extensive Mähweiden. Verschiedene Wiesen- und Bodenbrüterarten wie Feldlerchen, Kiebitze und der Große Brachvogel sind in diesem Gebiet anzutreffen. Insbesondere die Feldlerche findet auf den trockenen Arealen der strukturreichen Grünlandflächen gute Brutbedingungen. Auch sind die Flächen potenziell als Bruthabitat für den Großen Brachvogel und den Kiebitz geeignet. Bei der naturschutzgerechten Bewirtschaftung der Grünlandflächen werden die angrenzenden Gräben einbezogen. So werden Saumstreifen entlang der Grabenkanten zur Erhöhung der Strukturvielfalt bei der Mahd überjährig stehengelassen. Die Mahd oder Beweidung der Grabensäume erfolgt im ständigen Wechsel, so dass bei jeder Nutzung die Vegetation in unterschiedlichen Grabenabschnitten z.T. über Winter bis zum nächsten Sommer stehen bleibt. Neben den Grünlandflächen am Nellergraben bewirtschaftet der Betrieb weitere aus Naturschutzsicht wertvolle Grünlandflächen. Eine Besonderheit ist die etwa 3,4 ha große Fläche „Jägers“.

Auf der Grünlandfläche und angrenzend befinden sich einige Feuchtbiotope, die als Habitat für verschiedene Amphibienarten dienen. Daneben ist für die Fläche ein starker Wechsel von Nass- und Feuchtarealen bis hin zu mageren Trockenarealen kennzeichnend. Durch die späte Heunutzung zur jährlichen Pflege, konnte sich auf dieser Fläche eine recht artenreiche Pflanzenvegetation mit Vorkommen der Schmalblättriger Glockenblume, Wiesen-Margerite und Kuckucks-Lichtnelke u.a., erhalten. Die guten Bedingungen wissen auch die Kraniche zu schätzen, die das Grünland als ideales Bruthabitat nutzen. Zukünftig geht es darum, den Zustand der Fläche durch eine extensive Heunutzung und den Verzicht von Düngung und von Pflegemaßnahmen im Frühjahr zu erhalten.
Neben einer naturschutzoptimierten Grünlandbewirtschaftung werden auf den Ackerflächen des Betriebes weitere Maßnahmen umgesetzt. Im Jahr 2014 wurde ein 300 m langer Saumstreifen von 10 m Breite mit einer artenreichen Wildpflanzen-Saatmischung angesät. Um einen für Insekten attraktiven Blütenpflanzenbestand zu entwickeln, werden von dem Betrieb regelmäßige Pflegemaßnahmen umgesetzt. Darüber hinaus wird im Frühjahr auf Striegeln zur Regulierung der Beikräuter im Getreide weitgehend verzichtet, was vor allem den Feldvögeln die auf den Ackerflächen ab April mit der Brut beginnen, entgegenkommt. Der bis zu einem bestimmten Grad tolerierte höhere Besatz mit Ackerwildkräutern im Getreide führt auch zu einem erhöhten Blütenagebot für zahlreiche Insektenarten.

Über den Betrieb

Der Landwirtschaftsbetrieb Jantzen wird seit 1991 ökologisch nach den Kriterien des Anbauverbandes Biopark bewirtschaftet. Peter-Christian Jantzen hält heute auf seinen rund 124 ha Grünland durchschnittlich 85 Mutterkühe mit Nachzucht. Neben der Fleischvermarktung züchtet der Betrieb Rinder der Rasse Fleckvieh und verkauft einen Teil seiner Tiere als Zuchtbuchtiere. Ein weiterer Betriebsschwerpunkt bildet der Anbau von Getreide, das zu einem Großteil vermarktet wird. Durch die Fruchtfolge mit zweijährigen Kleegras und dem Anbau von Futtergetreide, können die Tiere des Betriebes vollständig mit betriebseigenen Futter und Einstreumaterial (Stroh und Streu) versorgt werden.
Der Betrieb leistet in dem umgebenden Landschaftsraum der Gemeinden Brodersdorf und Teschendorf einen hohen Beitrag zur Landschaftspflege. Durch die Bewirtschaftung von Minderertragsstandorten mit hohem Naturwert, wird auch ein Beitrag für die Erhaltung der abwechslungsreichen Landschaft geleistet. Durch die Umsetzung von gezielten Naturschutzmaßnahmen auf dem Betrieb sollen die positiven Wirkungen der ökologischen Bewirtschaftung auf Natur-und Landschaft weiter erhöht werden.

Kontakt

Rostocker Chaussee 27 / 18184 Brodersdorf