Das Naturschutzmodul

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Das Naturschutzmodul ist eine zusätzliche Qualifikation für ökologisch bewirtschaftete Betriebe zur Förderung der biologischen Vielfalt. Es soll allgemeingültige und nachvollziehbare Regeln für die Bewertung von Naturschutzleistungen vorgeben. Gleichzeitig gilt es, der Vielzahl der betrieblichen Produktionsverfahren und standörtlichen Gegebenheiten gerecht zu werden. Hierzu eignet sich ein Punktesystem, wie es bereits erfolgreich in einigen Agrarumweltprogrammen angewendet wird.

Das Naturschutzmodul auf einen Blick

  • Es beruht auf einem umfassenden Leistungskatalog mit vielen Auswahlmöglichkeiten für Ackerland, Grünland (Wiesen, Weiden) sowie für Landschaftselemente (u. a. Hecken, Tümpel). Überdies werden Vorkommen von gefährdeten Arten und Lebensräumen bewertet.
  • Es umfasst Maßnahmen für verschiedene Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen an ihren Lebensraum.
  • Es basiert auf einem Punktesystem, das anzeigt, wie effektiv die jeweilige Maßnahme wildlebende Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume schützt.
  • Für die Erfüllung des Naturschutzmoduls muss eine bestimmte Punktzahl bezogen auf den Gesamtbetrieb erreicht werden.
  • Geplant ist, die Umsetzung des Naturschutzmoduls zusammen mit den obligatorischen Ökokontrollen zu prüfen.

Umsetzung auf den Betrieben
Kein landwirtschaftlicher Betrieb ist wie der andere. Die Vielfalt von Maßnahmen macht es möglich, dass jeder Betrieb ganz individuell seine –  für den Betrieb relevanten –  Naturschutzleistungen zusammenstellen kann. Diese sind abgestimmt auf den jeweiligen Standort, die spezifischen Betriebsabläufe sowie das Vorhandensein bestimmter Arten. Die Betriebe werden dabei von naturschutzfachlichen Beratern unterstützt.

Naturschutz und Landwirtschaft – gemeinsam erfolgreicher
Eine tragende Säule des Moduls stellt die naturschutzfachliche Beratung dar, die jedem teilnehmenden Betrieb zusteht. Die Berater ermitteln bei ihren Betriebsbesuchen besonders wertvolle Flächen und vorkommende Zielarten und zeigen auf, welche Naturschutzmaßnahmen sinnvoll sind. Gemeinsam mit dem Landwirt wird ein individuelles Maßnahmenpaket zusammengestellt. Dies wird in den folgenden Jahren mit den wachsenden Erfahrungen vor Ort weiter optimiert. Der kontinuierliche Austausch zwischen Berater und Landwirten fördert das Verständnis beider Seiten für die Zusammenhänge auf den Betrieben und ist damit eine wichtige Grundlage für nachhaltigen Naturschutz.

Die Zielarten
Als Zielarten werden diejenigen Arten bezeichnet, die besonders im Fokus der Maßnahmen stehen. Es sind Arten, die auf landwirtschaftlich geprägte Lebensräume angewiesen sind, aber aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft aktuell meist stark negative Bestandstrends aufweisen.

Erfolge messen und teilen
Nicht alles ist vorhersehbar, nicht jeder Effekt einer Maßnahme bekannt. Umso wichtiger ist, die Wirksamkeit der Maßnahmen in ausgewählten Betrieben zu beobachten und zu dokumentieren. Was haben die Maßnahmen bewirkt? Inwiefern haben die Zielarten davon profitiert? Was lässt sich lernen, was auf andere Betriebe übertragen? Zurzeit laufen Monitoring- und Evaluierungsprogramme für die Ackerwildkrautflora, Braunkehlchen und die Vegetation im Grünland.

Vermarktung und Transparenz
EDEKA unterstützt das Projekt und garantiert den Erzeugern die Abnahme der landwirtschaftlich erzeugten Produkte. Zu erkennen sind diese Produkte am Logo „Landwirtschaft für Artenvielfalt“. Über einen Tracking-Code können die Verbraucher die Herkunft der Produkte bis zu den landwirtschaftlichen Betrieben zurückverfolgen. Zudem werden die Betriebe auf der Projektwebseite samt ihren Maßnahmen vorgestellt.

Ausblick
Mit dem neuen Naturschutzmodul soll nicht nur ein sichtbarer Beitrag zum Naturschutz geleistet werden, sondern auch das Ansehen des ökologischen Landbaus in der Öffentlichkeit gestärkt, die Vermarktungschancen für Bioprodukte verbessert und damit ein Beitrag zur Sicherung des Absatzes und für faire Preise geleistet werden.

Das Naturschutzmodul